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Conflictfood - ein Schritt in Richtung Frieden

Conflictfood sucht nach den besten landestypischen Agrarprodukten in den Krisenregionen der Welt.

Startup ErnährungProduktionVerantwortung Berlin

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Conflictfood reist persönlich in Krisen- und Konfliktregionen der Welt, um vor Ort die besten landestypischen Agrarprodukte zu finden und einen direkten Handel mit Kleinbauern zu betreiben.So möchte das Sozialunternehmen lokale Strukturen stärken und Fluchtursachen an der Wurzel bekämpfen.

Conflictfood

Salem El-Mogaddedi & Gernot Würtenberger

Salem El-Mogaddedi & Gernot Würtenberger

2015

Cuvrystraße 2
10997 Berlin
Berlin, Deutschland

info@conflictfood.com

Eigentlich wollten sich Gernot und Salem nur ein Waisenhausprojekt in Kabul ansehen, als sie vor einem Jahr gemeinsam nach Afghanistan reisten. Ein paar Tage nach ihrer Ankunft standen die beiden Gründer des Sozialunternehmens Conflictfood aber auf einem Krokusblütenfeld irgendwo in der Prärie im Westen des Landes. In Kabul hatte man ihnen von einem Frauenkollektiv erzählt, das unabhängig und selbstverwaltet Safran anbaut. Erst kurz zuvor hatten die Frauen mit Hilfe einer NGO von Opium- auf Safrananbau umgestellt.

Afghanische Frauen bei der Feldarbeit. (Foto: Conflictfood)

Safran, die kleinen roten, edlen Gewürzfäden, sind eigentlich die Stempelfäden der Krokusblüten. Echter Safran ist nur dann wirklich aromatisch, wenn sich die Krokusblüten noch nicht geöffnet haben. Deshalb muss er noch vor Sonnenaufgang geerntet werden. Salem und Gernot waren frühmorgens dabei, als die Frauen körbeweise frisch geschnittene Krokusblüten in Lehmhütten trugen und anschließend die Stempelfäden aus den Blüten entnahmen. Diese Arbeit ist äußerst zeitaufwendig, da man für einen Kilo Safranfäden bis zu 200.000 Blüten braucht.

Es war aber nicht nur der Safran, der die beiden Gründer beeindruckt hat. Was sie am meisten bewegte, war, wie sehr sich ihr persönliches Bild von Afghanistan während der Reise veränderte. Davor war ihre Vorstellung durch die westliche Berichterstattung geprägt: Afghanistan war für sie Krieg, Terror und Taliban. Dass dort aber auch Frauen auf die Straße gehen, um für ihre Recht zu demonstrieren, davon berichten deutsche Medien nur selten. Entsprechend überrascht waren Gernot und Salem, als sie das selbstbewusste Frauenkollektiv kennenlernten.

Salem und Gernot, die beiden Gründer von Conflictfood. (v.l.n.r.)

Beeindruckt von ihren Erlebnissen, entschieden sich die beiden, dem Kollektiv ein paar Kilo Safran abzukaufen, um in Deutschland ein Sozialunternehmen zu gründen, das diesen Safran vertreibt und durch fairen Handel die Frauen unterstützt. Laut Salem ist Handel in einer globalisierten Welt nicht zwingend schlecht – entscheidend seien faire Bedingungen für alle Seiten. Aus diesem Grund hat auch das Frauenkollektiv den für sich angemessen Verkaufspreis festgelegt. Das war Salem und Gernot wichtig, denn die Gründer wollen mit Conflictfood nicht möglichst viel Profit machen, sondern mit ihrer Arbeit in erster Linie die Strukturen vor Ort stärken und so auch Fluchtursachen bekämpfen. Der Safran ist eher Mittel zum Zweck.

Außerdem geht es den Sozialunternehmern darum, Menschen in Deutschland ein anderes, differenziertes Bild von Afghanistan zu zeigen. Deshalb legen sie jedem Gramm Safran die sogenannten „Good News“ bei. In dieser selbstgeschriebenen Zeitung erzählen sie Geschichten, die optimistisch stimmen. In Texten mit Titeln wie „Hoffnung trägt die Farbe Lila“ erscheint Afghanistan als ein Land voller Kultur, das mehr ist als ein Kriegsgebiet. Die „Good News“ gibt es auch zum kostenlosen Download auf dem Conflictfood-Blog, dort finden sich zusätzlich Rezeptideen, Reiseberichte, Artikel und viele Bilder.

Safran hat Conflictfood bereits im Sortiment, bald auch Freekeh aus Pälästina.

Der Verkauf von Safran aus Afghanistan ist aber nur der Anfang. In der Zwischenzeit war das Conflictfood-Team in Palästina unterwegs und plant auch schon die nächsten Reisen, um lokale Spezialitäten auszumachen, die Existenzen vor Ort sichern.

Aus Palästina haben sie ein ganz besonderes „Wunderkorn“ mitgebracht: Freekeh – ein grün geernteter und über Flammen gerösteter Weizen, mit jahrtausendealter Tradition. Da stellt sich natürlich die Frage, wieso ausgerechnet in Zeiten der Klimaerwärmung Weizen einmal halb um die Welt geflogen werden muss. Wieso geht man nicht einfach zum Hofladen in der Region? Vor allen Dingen, weil es den Sozialunternehmern auch um die Geschichte hinter dem Produkt geht. Für Gernot und Salem steht fest: Sie können die Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten nicht alleine lassen. Conflictfood möchte ihnen wieder eine Perspektive in ihrem Heimatland geben. Ein sicheres Einkommen schafft Unabhängigkeit und gibt den Menschen ein Stück Würde und Lebenssinn zurück. 

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