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FRANKA EMIKA – Auf‘s Fühlen kommt’s an

Das Münchner Start-Up hat sich das Ziel gesetzt, einen Roboter zu entwickeln, der anders ist als seine Artgenossen und dabei mehr ist als eine teure Maschine.

Christoph Eipert Christoph Eipert

SchwerpunktMenschMaschineInnovationRobotik München

FRANKA EMIKA Logo

FRANKA EMIKA hat sich auf die Entwicklung, das Design und die Vermarktung feinfühliger, leistungsfähiger, sowie kostengünstiger Industrieroboter spezialisiert.

FRANKA EMIKA

Telefon: 089 2006069-20; Email: info@franka.de

GmbH

2012

Infanteriestraße 19 (Gebäude 5)
80797 München
Deutschland

info@franka.de

Ein Leben befreit von Mühe und Not, es ist eine schöne Fantasie. Seit Beginn seiner Existenz ist der Mensch danach bestrebt, durch Innovationen das Leben an sich angenehmer und vielleicht ein bisschen besser zu machen. Was also liegt näher, als sich vorzustellen, wie sich neueste Technologien auf unser Leben im Hier und Jetzt auswirken. Roboter könnten für uns den Müll raustragen oder zu Hause auf den Hund aufpassen. Vielleicht könnten sie aber auch unsere globale Arbeitswelt umkrempeln, indem sie operieren oder all die Tablets und Smartphones „Made in Fernost“ selber zusammenbauen, punktgenau, unermüdlich, Tag und Nacht.

Manche dieser Vorstellungen bleiben vorerst Fantasien, andere wiederum kommen erstaunlich nah an die Wirklichkeit heran. Ein Beweis dafür liefert ein aufstrebendes Start-Up am Robotik-Himmel, FRANKA EMIKA. Dessen Team will in Sachen Technologie neue Wege einschlagen. Das Ziel ist es, ein Roboter zu entwickeln, der, im Gegensatz zu seinen Artgenossen, nicht Unsummen an Geld kostet, sondern für Robotik-Verhältnisse erschwinglich ist. Sozusagen ein Roboter für Jedermann. Laut Simon Haddadin, Mitbegründer und Managing Director des Unternehmens, soll mit FRANKA eine Art „iPhone der Robotik“ entstehen. Herausgekommen ist dabei ein geschlossenes System aus Arm, Hand und Fingern für eine Vielzahl von Anwendungen, das jeder benutzen kann und dabei kinderleicht zu bedienen ist.

Prototyp FRANKA 

Begonnen hat zunächst alles damit, dass das heutige Kernteam von FRANKA EMIKA aus einer Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) entstanden ist.  Dort entwickelte man auch bereits die technologische Basis des heutigen Projekts, die sogenannte Kollisions-Detektion. Sie ermöglicht es Robotern, Dinge in ihrer Umgebung physisch zu erfühlen. So ein künstliches Reflexsystem gibt den Maschinen die Möglichkeit, einen Aufprall zu bemerken und darauf zu reagieren, um somit mögliche Unfälle zu verhindern. Ein nötiges Feingefühl braucht es auch, um komplexe Aufgaben schneller zu erlernen und lösen zu können. Letztlich ist es das selbstgesetzte Ziel des Unternehmens mit FRANKA ein Werkzeug zu schaffen, dass das Leben der Menschen, ganz gleich ob in der Werkshalle oder zu Hause, erleichtern wird.

Die Idee hinter einem Projekt wie FRANKA klingt vielversprechend. Gleichzeitig wirft die Robotik so einige Fragen auf, die nicht einfach mit gut oder schlecht beantwortet werden können. Gerade wenn es um Themen wie Arbeitsplätze geht, gehen die Meinungen weit auseinander. Auch Simon Haddadin räumt ein, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für den Einsatz von Robotern im Krankenhaus oder im Dienstleistungsbereich noch nicht sehr ausgeprägt ist. Einsatzmöglichkeiten für FRANKA sieht er daher zunächst im industriellen Bereich. 

Feingefühl unterscheidet FRANKA von ihren Artgenossen
(Foto: FRANKA EMIKA)

Neben dem Ausbau von Akzeptanz bestand vor allem zu Beginn von FRANKA EMIKA eine Herausforderung darin, ein Projekt in einem Umfeld auf die Beine zu stellen, in dem derartige Unternehmensgründungen kaum gefördert wurden. Die Initiative und die ersten finanziellen Mittel kamen daher zunächst aus dem Silicon Valley. Seit der Gründung vor fünf Jahren hat sich jedoch viel verändert. Was die Robotik betrifft, lässt sich mittlerweile auch in Deutschland eine aktive Gründerszene beobachten. Welche Ideen zum Zusammenleben von Mensch und Maschine Fantasien bleiben oder doch Bestandteil des alltäglichen Lebens werden, wird die Zukunft zeigen. Für die ist FRANKA EMIKA gerüstet. Nach der Fertigstellung der grundlegenden Hard- und Software laufen gerade umfangreiche Tests mit Pilotkunden. Danach soll ab Mai 2017 die Serienproduktion anlaufen. Vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft auch für den Freund und Helfer zu Hause.

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