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nebenan.de - Aus Fremden werden Nachbarn

Auf der Onlineplattform vernetzen sich die Nutzer mit Menschen aus ihrer Nachbarschaft.

Startup SharingGesellschaft Berlin

Good Hood GmbH Logo

nebenan.de ist eine Online-Plattform. Darauf vernetzen sich Nutzer mit Menschen aus ihrer Nachbarschaft, lernen sich gegenseitig kennen, tauschen sich aus und helfen einander. 2015 ist nebenan.de gestartet, mittlerweile gibt es bundesweit mehr als 1600 aktive Nachbarschaften.

Good Hood GmbH

Till Behnke, Christian Vollmann und Ina Brunk

Ina Brunk (kontakt@nebenan.de)

GmbH

2015

Köpenicker Straße 154
10997 Berlin
Berlin, Deutschland

kontakt@nebenan.de

Uns ist da etwas verloren gegangen. Wir sind zwar weltweit vernetzt und kennen Menschen rund um den Globus: der Freund in Australien ist nur einen Skype-Anruf entfernt, die neusten Strandfotos der Bekannten auf Weltreise werden täglich in unsere Facebook-Timeline gespült. Doch dann klingelt es an der Tür und draußen steht ein Mann mit einem Paket. Wir blicken in ein fremdes Gesicht und fragen uns: Ist das jetzt der Postbote oder doch vielleicht der Nachbar von nebenan?

Es scheint, als hätten wir es verlernt, Nachbarn zu sein. Die Menschen, die uns räumlich am nächsten sind, sind uns meist besonders fremd. Das Berliner Startup „Good Hood“ will helfen, diese Kluft online zu überwinden und dafür sorgen, dass aus Fremden wieder Nachbarn werden. Inspiriert von der amerikanischen Plattform nextdoor.com hat das sechsköpfige Gründerteam 2015 dazu das soziale Netzwerk nebenan.de gestartet.

Die drei Ideengeber von nebenan.de sind alle in der Startup-Szene keine Unbekannten: Till Behnke ist Mitgründer der Spenden-Plattform betterplace.org, Christian Vollmann ist aktiver Business Angel und hat bereits mehrere Internetfirmen gegründet, Ina Brunk ist Marketingexpertin und hat etwa die Organspende-Kampagne des Vereins „Junge Helden“ gemanagt. Zum Gründerteam gehören außerdem der Designer Matthes Scheinhardt, der Programmierer Sven Tantau und Michael Vollmann, der Ansprechpartner für die Nachbarschaften ist.

Die drei Ideengeber von nebenan.de (v.l.n.r.): Till Behnke, Ina Brunk und Michael Vollmann (Foto: nebenan.de)

Auch wenn der Vergleich zu Facebook nahe liegt: nebenan.de funktioniert anderes als herkömmliche soziale Netzwerke. Statt sich weltweit mit Bekannten zu vernetzen, melden sich die Nutzer in ihrer eigenen Nachbarschaft an. Mit den anderen Mitgliedern teilen sie also nicht unbedingt dieselben Interessen, sondern zunächst einmal nur denselben Wohnort.

Doch gerade dort liegt das Potenzial der Plattform: Jeder bietet seine eigenen Fähigkeiten an, so entsteht ein Austausch, der über Milieus und Generationen hinausgeht. Etwa als klassische Nachbarschaftshilfe: Blumen gießen, Katzen füttern, Babysitting, mal eben eine Bohrmaschine ausleihen. Darüber hinaus teilen die Nachbarn ihr Wissen: Sie empfehlen einander einen zuverlässigen Handwerker, einen guten Zahnarzt oder ihr Lieblingscafé. Der Impuls entsteht dabei online, der Austausch findet im realen Leben statt: Die Nachbarn gründen dann etwa Laufgruppen, planen gemeinsam Straßenfeste oder treffen sich, um einfach mal gemeinsam einen Kaffee zu trinken.

Das neue Berliner Büro der Good Hood GmbH.

2015 ist nebenan.de online gegangen, mittlerweile gibt es schon mehr als 1600 Nachbarschaften. Die Zahl der aktiven Mitglieder liegt im niedrigen sechsstelligen Bereich, täglich kommen neue dazu. Auch das Team der Good Hood GmbH ist im vergangenen Jahr stark gewachsen: Mittlerweile hat das Startup 30 Mitarbeiter, seit kurzem gibt es auch eine nebenan.de-App.

Aus dem sozialen Miteinander, das auf nebenan.de beginnt, entstehen Geschichten, die berühren. Etwa die von einem älteren Ehepaar aus Dresden. Durch eine schwere Sehbehinderung hatte die Frau den Anschluss an die Gesellschaft verloren, der Mann half ihr im Alltag. Als er dann ins Krankenhaus musste, gab es niemanden mehr, der sich um sie und den gemeinsamen Hund kümmerte. Auf nebenan.de fragten sie nach Hilfe und bekamen sehr viele Angebote, unter anderem von einem 30 Jahre jüngerem Pärchen. Aus dieser Hilfsaktion ist mittlerweile eine richtige nachbarschaftliche Beziehung geworden, ein gegenseitiges Geben und Nehmen.  Das junge Pärchen geht noch immer regelmäßig mit dem Hund Gassi, das ältere Ehepaar lädt sie dafür zum Grillen ein.

Geschichten wie diese zeigen den besonderen Wert von Nachbarschaft: Ein gutes, freundschaftliches Verhältnis mit den Menschen von nebenan ist viel bereichender als bloß ein flüchtiges Hallo.

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