Menü

Packwise – Marketplace für Industrieverpackung

Packwise bringt das Thema Wiederverwendung von Transportgebinden auf ein neues Level und bietet einen Marktplatz für Chemie, Pharma- und Lebensmittelindustrie

Caroline Deidenbach Packwise GmbH

Startup LebenszyklusNachhaltigkeit Dresden

Packwise GmbH Logo

Packwise hat es sich zum Ziel gesetzt, die Prozesse rund um die Wiederaufbereitung von Kombinations-IBC, Stahlfässern und Kunstoffässern zu vereinfachen. Die Kernkompetenz des Teams liegt in der Verbindung von umfassendem Wissen im Bereich der Industrieverpackungen mit neuesten IT-Lösungen.

Packwise GmbH

Felix Weger, Gesche Weger, René Bernhardt

Geschäftsführerin: Gesche Weger; Tel: +49 (0) 351 799 90 982

GmbH

2018

Bayrische Straße 8
01069 Dresden
Sachsen, Deutschland

service@packwise.de

PET-Flaschen, Plastik, Glas, Papier – alles wird fleißig getrennt, recycelt und in die entsprechende Tonne geworfen, in der Hoffnung, dass möglichst alles wiederverwertet und nicht verbrannt wird. Doch was passiert eigentlich mit dem ganz großen Müll, dem Verpackungsmüll der Industrie? Mit all den Fässern, Transportboxen und Containern, in denen die verschiedensten Prozessstoffe transportiert werden? Die gute Nachricht: Oft werden sie wiederverwendet. Die schlechte Nachricht: meist sehr ineffizient. Felix Weger, Mitbegründer von Packwise, hat selber in der Branche gearbeitet und kennt das Problem zur Genüge. Gemeinsam mit seiner Frau Gesche Weger und dem IT-Entwickler René Bernhardt haben sie eine digitale Lösung gefunden, um den industriellen Verpackungsmarkt zu revolutionieren.

IBCs
IBCs werden für den Transport von flüssigen und rieselfähigen Stoffen verwendet, die für die Produktion von Chemikalien, Lebensmitteln, Kosmetik und Pharmazeutika verwendet werden. Der Vorteil von IBCs ist, dass sie durch ihre kubische Ausführung gut und vorteilhaft transportiert werden können. Außerdem sind sie gut zu reinigen und somit wiederverwendbar.

„Bei meiner alten Stelle habe ich gemerkt, dass die Wertschöpfungskette der Verpackungen nicht wirklich effizient ist – viele dieser Stahl-und Kunststofffässer stehen als braches Kapital auf Höfen herum, anstatt genutzt zu werden und sie durchlaufen nicht die optimale Anzahl Produktlebenszyklen, die theoretisch möglich sind.“, sagt Felix. Einer der Hauptgründe dafür: Der Markt ist nicht transparent. Teilweise werden dann die sogenannten IBC – Intermediate Bulk Container – von Hamburg nach München gefahren, weil keiner weiß, dass vielleicht eine andere Firma um die Ecke die aufbereiteten Container brauchen könnte. Je nachdem, was in den IBCs transportiert wurde, ist eine aufwändige Aufbereitung auch gar nicht nötig. Diese Transparenz schafft der Marketplace von Packwise. „Da gab es beispielsweise den Fall, dass es IBCs gab, in denen nur Traubensaft transportiert wurde. Wir haben einen Tierfutterhersteller gefunden, der sein Tierfutter gleich drauf füllen konnte, ohne, dass er neue IBCs kaufen musste. Das ist dann die Perfektionierung: wenn im besten Fall gar keine Behandlung mehr nötig ist und der Transport der kurzmöglichste ist“, erklärt Felix.

Typische Industrieverpackung

Während seines vorherigen Jobs in England ist Felix diese Marktlücke – die fehlende Vernetzung und Transparenz bei der Wiederverwendung von Industrieverpackung – aufmerksam geworden und daraus entstand die Idee zur Digitalisierung der Kreislaufwirtschaft für Verpackungen Packwise Marketplace. Dieser ist grob gesehen eine Online Auktionsplattform für gebrauchte Industrieverpackung, ein neutraler Vermittlungsort. Als seine Frau Gesche Zwillinge bekam, nutzen die beiden die Elternzeit, um ihre Idee marktreif zu bekommen. Eine große Hilfe dabei war der Impact HUB in Dresden. „Der Plug-and-Play-Ansatz im HUB hat viele Vorteile: niedrige Mieten, Flexibilität und vor allem eine sich helfende Gemeinschaft“, sagt Felix. Im HUB haben sie auch ihren dritten Mitstreiter gefunden: den IT Entwickler René.

„Zuerst haben wir unser Erspartes genutzt und da war es gut, dass ich vorher in der Schweiz bei einer Bank gearbeitet habe und sparen konnte. Mit drei Kindern kann man sich so einer etwas unsicheren Situation schwer vorstellen, aber man wächst mit seinen Aufgaben“, sagt Gesche.  Die Idee von Packwise kam so gut an, dass Felix und Gesche das Technologiegründerstipendium der Sächsischen Aufbau-und Förderbank bekommen haben. Das funktioniert ähnlich wie das auf Hochschulabsolventen und Nachwuchswissenschaftler ausgerichtete EXIST-Stipendium, ist aber für Personen gedacht, die nicht frisch von der Uni kommen und bereits Arbeitserfahrung mitbringen. Durch das Stipendium hatte das Paar Zeit, die Webseite zu erstellen und eine weitere Finanzierung zu finden. Neben dem Marketplace, gibt es noch das zweite Standbein: Packwise Services. Hier prüft das Team selber, welche Vernetzung am meisten Sinn macht und wo aus der Verpackung durch die Maximierung der Nutzungszyklen am meisten rausgeholt werden kann. Die gesamte Organisation um die Wege eines IBC werden dann von Packwise Services übernommen. Denn mit jedem wiederverwendeten statt neu hergestellten IBC, werden 96 Kilogramm CO2 eingespart.

Der Nutzungszyklus von IBCs bei Packwise.

Mittlerweile nutzen bereits 70 Unternehmen den Marketplaces und das, obwohl Packwise erst seit April mit der Akquise begonnen hat. Sie lief langsamer und schwieriger, als gedacht. Denn viele in der Branche sind eher konservativ eingestellt. Die Akquise komplett online abzuwickeln hat daher nicht richtig funktioniert. Denn die Unternehmen erwarten auch, dass man sich klassisch vorstellt und vorbei kommt. Hier leisten die Gründer von Packwise sozusagen digitale Pionierarbeit. Als klassisches Start-Up sehen sich die Gründer von Packwise aber nicht. „Wir haben erfahrene Leute im Team und bei uns geht es einfach auch um Themen, wie Gefahrengüter, Verpackungsverordnungen und Abfallgesetze – unsere Fachkompetenz ist entscheidend für die Gewährleistung der Sicherheit der Transport- und Aufbereitungsprozesse für unsere Kunden.“, sag Felix.

Bisher konzentrieren sie sich auf Deutschland, doch auch die Benelux-Staaten und England können von Packwise komplett abgedeckt werden. Die nächste Idee, an der sie arbeiten, ist außerdem Transportverpackungen über das Internet of Things miteinander zu vernetzen. René arbeitet gerade an einer Hardware, die man an den IBCs anbringen kann – und die sie somit auch darüber kommunizieren lässt, wo sie sind, ob sie leer sind und was darin gelagert wurde. Mittlerweile ist das Team auch um Lars von Lars von Schweppenburg als Head of Sales und Ina Behr in der Kommunikation angewachsen – und es soll nun stetig aufwärts gehen. 

Profil als PDF speichern

Profil teilen