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ArbeiterKind – Für mehr Chancengleichheit

Unterstützung und Beratung für Kinder aus nicht-akademischen Familien

Startup BildungVerantwortung Berlin

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ArbeiterKind unterstützt und berät Kinder aus nicht-akademischen Haushalten in Fragen rund ums Studium. Sie setzen sich für die Chanchengleichheit dieser Kinder ein.

ArbeiterKind

Katja Urbatsch, Wolf Dermann, Marc Urbatsch

Katja Urbatsch

gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)

2008

Sophienstraße 21
10178 Berlin
Berlin, Deutschland

urbatsch@arbeiterkind.de

Stell dir vor, du bist zehn Jahre alt und musst entscheiden, auf welche weiterführende Schule du gehen willst. Stell dir vor, dass deine Mutter Erzieherin ist und dein Vater Busfahrer. Stell dir vor, dass keiner deiner zwei Geschwister aufs Gymnasium gegangen ist, geschweige denn vorhat zu studieren. Keiner zuhause, der bei den Hausaufgaben helfen kann. Keiner, der weiß, wie alles abläuft. Keiner, der dich motiviert, es zu wagen. Was würdest du tun?

Die Erste sein in der Familie – ganz auf sich alleine gestellt. Etwas, das Katja Urbatsch gut kennt. „Man fühlt sich weniger wert als die anderen, hat keine Vorbilder und selten Unterstützung von zuhause“, sagt die Gründerin des Sozialunternehmens arbeiterkind.de. Ein Arbeiterkind, das ist ein Kind, das aus einer Familie ohne akademischen Hintergrund kommt, in der bisher noch nie jemand studiert hat. Der Begriff ist eine gesellschaftliche Einordnung, der die Emotionen vieler trifft. „Es war schwierig, einen positiven Begriff zu finden. Für mich ist es mehr ein Gefühl“, sagt Katja Urbatsch.

Gründerin, Katja Urbatsch

Ihr Gefühl hat viele angesprochen. In nur acht Jahren ist ihr Unternehmen auf 6000 Ehrenamtliche gewachsen und mittlerweile gibt es 75 lokalen Gruppen,  die Aufklärungsarbeit leisten, bei Fragen weiterhelfen und auf vielen Ebenen unterstützen. Dabei war das gar nicht geplant. Anfangs wollten Katja Urbatsch, ihr Partner Wolf Dermann, ihr Bruder Marc Urbatsch und zwei Freundinnen aus dem Studium nur eine Internetplattform ins Leben rufen und haben an dem Wettbewerb startsocial teilgenommen und gewonnen. Dass eine Webseite nicht reicht, wurde sehr schnell klar. Man muss die Kinder direkt erreichen, in die Schulen gehen und von den eigenen Erfahrungen erzählen. Als im Mai 2008 die Pressemitteilung zum Start des Internetportals rausging, war das Medienecho groß. Die Gründerin ist heute noch überrascht von den Reaktionen: „Gleich am nächsten Tag war ich live im Deutschlandfunk. Daraufhin haben sich viele gemeldet, die dieselbe Geschichte haben und mitmachen wollten.“

Denn auch Katja ist ein Arbeiterkind und weiß, wovon sie spricht. Sie ging als Erste in ihrer Familie an die Universität, um zu studieren und arbeitete anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin, hatte sogar vor zu promovieren. Doch da hatte sie nicht mit dem Erfolg, aber auch der vielen Arbeit von arbeiterkind.de gerechnet. Einen Businessplan gab es nicht und finanzielle Unterstützung zu finden war schwierig. „Eigentlich haben wir das gemeinsam mit den Ehrenamtlichen entwickelt, organisch sozusagen und sehr bedarfsorientiert“, sagt Katja. Soziales Unternehmertum gab es damals kaum. 2009 wurde ArbeiterKind.de aber Ashoka Fellow, eines der wenigen Vernetzungsmöglichkeiten für Gründer zu dieser Zeit. Hier fand Katja viel Unterstützung, Verständnis und Gleichgesinnte, mit denen sie sich austauschen konnte. Vom ihrem anfänglichen Gründerteam sind noch ihr Partner und ihr Bruder mit an Bord. 

Gerade befindet sich ArbeiterKind.de in einer Transformationsphase. Denn bisher werden sie durch öffentliche Mittel, Stiftungen und Spenden finanziert, aber auch die werden mit der Zeit immer weniger. Zurzeit gibt es 14 Mitarbeiter, die das Unternehmen am Laufen halten. Für Katja ist es wichtig, dass das Unternehmen im Notfall auch ohne die finanzielle Unterstützung weiter laufen kann. Das dann über die vielen Ehrenamtlichen, ohne die das alles nicht möglich wäre.

Katja war die erste in ihrer Familie, die studiert hat. Und jetzt stell dir vor, du hast dich auch fürs Gymnasium entschieden und am Einführungstag gab es einen Vortrag von ArbeiterKind. Du fühlst dich ermutigt, motiviert. Stell dir vor, dass du im Laufe deiner Schuljahre immer wieder Hilfe und Zuspruch von anderen bekommst, die dasselbe durch gemacht haben wie du. Stell dir vor, dass du auch während deiner Zeit an der Uni immer wieder mit Fragen über BAföG und Stipendien einen Ansprechpartner hast. Stell dir vor, du hast am Ende einen Bachelor oder Master in der Tasche. Und jetzt? Jetzt bekommst du von ArbeiterKind einen Mentor, der dir hilft, in die Welt der Arbeit einzusteigen.

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