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Khala – faire, stylische Mode aus Malawi

Europäisches Design trifft auf malawische Stoffe: das ist das Konzept von Khala.

Caroline Deidenbach, Markus Hensel Christoph Barthold

Startup DesignNachhaltigkeit München

Khala Logo

Khala ist ein Münchner Start-Up, das Mode mit traditionellen Stoffen aus Malawi kreiert. Die Designs sind auch Ausdruck des kulturellen Austausches, der durch die faire und gleichberechtigte Zusammenarbeit des Teams stattfindet. Die Produktion findet in Malawi statt, der Vertrieb in Deutschland .

Khala

Melanie Rödel

Melanie Rödel; support@khaladesign.com

Einzelhandel

2017

Meranerstrasse
81547 München

support@khaladesign.com

Khala hat viele Bedeutungen auf Chichewa, der malawischen Nationalsprache; es heißt sein, sich hinsetzen und einfach mal entspannen. Khala ist dabei vor allem ein Lebensgefühl. Khala, so heißt auch das Start-Up von Melanie Rödel aus München. Sie kombiniert europäische Designs mit malawischen Stoffen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit der Produktion vor Ort die Situation in Malawi zu verbessern.

Gründerin eines Modellabels zu werden – das war nicht das erste, was Melanie mit ihrem Psychologie- und Wirtschaftsstudium im Sinn hatte. Doch für sie war von Anfang an klar, dass sie etwas verändern will, und zwar nicht als Therapeutin, sondern in der Wirtschaft. Von innen heraus. Schon während ihres Studiums arbeitete Melanie ehrenamtlich als Mitgründerin des ersten Viva con Agua-Vereins in Österreich. Ihr Engagement brachte sie im Herbst 2015 für ein Trinkwasser- und Sanitäranlagenprojekt nach Malawi. Die Zeit dort hat Melanie sehr geprägt – die Menschen, die Lebensfreude, aber natürlich auch die Armut, die fehlenden, industriellen Strukturen und die wenige Aussicht auf eine Verbesserung. „Für mich war es keine Option, wieder nach Hause zu fliegen und das Thema abzuhaken“, sagt Melanie.

Gründerin Melanie Rödel mit einer Khala Bomberjacke.   Fotocredit: Markus Hensel

In Malawi besuchte Melanie auch einen der landestypischen Märkte, wo es viele farbenfrohe Textilien zu kaufen gibt. Diese traditionellen, afrikanischen Stoffe, Chitenjes genannt, begeisterten Melanie sofort. Da es sie in Europa nicht zu kaufen gibt, nahm sie gleich eine Auswahl mit. Zurück in Deutschland brachten diese ungewöhnlichen Muster und Farben sie auf die Idee, die malawischen Stoffe mit europäischen Schnitten zu kombinieren und auf den Markt zu bringen. Ihre Mode sollte nicht nur stylisch und fair, sondern auch bezahlbar sein, denn sie will mit ihrem Konzept nicht nur die klassische Nische der teuren Öko-Mode, sondern eine breite Zielgruppe erreichen. Für die Mitarbeiter in Malawi bedeutet Khala konkret: das Dreifache von dem durchschnittlichen Gehalt, eine Krankenversicherung und geregelte Arbeitszeiten. Dafür wird es auch höchste Zeit, denn in den vergangenen Jahren wurde Malawi mit Billigtextilien aus Ländern wie China oder Indien überschwemmt. Aus diesem Grund gibt es dort auch nur noch eine Fabrik, die die Textilien für Khala tatsächlich vor Ort herstellen kann.

Nellies Atelier in Malawi.  Fotocredit: Hubert Mirlach

Die Idee war da – aber alleine und ohne Kapital wäre es für Melanie schwierig gewesen, ein Start-Up wie Khala zu gründen. Deshalb nutzte sie ihr Netzwerk, fragte Freunde und Bekannte und fand so für viele Bereiche ehrenamtliche und motivierte Unterstützer. „Eigentlich sind wir mittlerweile ein richtiges Kollektiv“, erklärt sie mit einem Lächeln. Zum Kollektiv gehören unter anderem Hubert Mirlach, der sich um die audio-visuellen Medien kümmert, und Benedikt Habermann als Mann für die PR. Die Designerinnen des Münchner Modelabels Piekfein haben die Schnitte für die erste Kollektion erstellt. In Malawi kümmern sich die Designerin Nellie George-Donga und ihre Angestellten um die Produktion der Kleidung. In Zukunft wird Nellie gemeinsam mit Piekfein auch neue Designs entwerfen.

Nach eineinhalb Jahren, viel Arbeit und Unterstützung von allen Seiten steht Melanie nun am entscheidenden Punkt für Khala: ihrer ersten Kickstarter-Kampagne, die noch bis zum 22. Juni läuft. Das Fundingziel ist mit 15.000 Euro ziemlich knapp kalkuliert, „damit wäre ein Jahresgehalt für die Schneider, die Stoffe und noch etwas für uns Mitarbeiter gesichert.“ Wenn die Produktion erst mal angelaufen ist, sollen noch mehr Schneider angestellt, neue Designs umgesetzt und natürlich auch die Mitarbeiter in Deutschland richtig entlohnt werden. Aber Melanie denkt bereits einen Schritt weiter: sie will das Projekt noch nachhaltiger gestalten und zwar von den Rohstoffen bis zum Transport. Eigentlich fängt die Arbeit mit dem Ende der Kampagne ja erst richtig an.

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