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Robo Wunderkind – Programmieren leicht gemacht

Das Start-Up hat Spielzeug-Roboter konzipiert, die selbst ein fünfjähriges Kind programmieren kann

Caroline Deidenbach Robo Wunderkind

Startup BildungSchwerpunktMenschMaschineInnovation Wien

Robo Technologies Logo

Robo Wunderkind hat kleine Roboter entwickelt, die selbst Fünfjährige mit Hilfe einer App programmieren können. Das Wiener Start-Up will, dass die Robos vor allem auch in Schulen als Lehrmittel zum Einsatz kommen.

Robo Technologies

Rustem Akishbekov, Yuri Levin, Anna Iarotska

GmbH

2013

Pilgramgasse 22/38
1050 Wien
Österreich

Kleine, bunte Würfel in rot, gelb, grün und blau mit abgerundeten Kanten, die ein bisschen an größere LEGO-Bauteile erinnern. Zwei runde Kreise – ein Augenpaar. Das ist ein Robo Wunderkind, entwickelt von Rustem Akishbekov und seinen zwei Mitgründern Yuri Levin und Anna Iarotska. Der Robo Wunderkind ist nicht einfach nur ein Spielzeug. Nein, es versteckt sich doch ein bisschen mehr dahinter. Unter diesen Würfeln befindet sich ziemlich viel Technik, die es selbst Kindern, die noch nicht lesen und schreiben können, ermöglicht, ihren eigenen Roboter zu programmieren. Ganz einfach, mit Hilfe einer intuitiven App.

Der Entwicklungsprozess selbst war weitaus komplizierter Yuri und Rustem haben sich im Wohnheim kennen gelernt. Die beiden Kasachen haben zu dem Zeitpunkt in Wien studiert – Rustem Computer Science und Yuri Architektur. Rustem baute und programmierte neben dem Studium Roboter auf der Open-Source-Plattform Arduino. Über erste Ergebnisse waren sämtliche Betrachter begeistert – auch Yuri. Doch um selber etwas dergleichen zu machen, fehlten den meisten die Kenntnisse. Das brachte Rustem auf die Idee: Warum nicht einen Roboter herstellen, den selbst ein Kind programmieren kann?

Die Gründer von Robo Wunderkind (von li nach re): Yuri, Anna und Rustem.
Accelerator
Der Begriff kommt aus dem Englischen und wird vor allem in der Start-Up-Szene genutzt. Darunter versteht man Institutionen, die einem Start-Up innerhalb eines festgelegten Zeitraums mit einem intensiven Coaching den Entwicklungsprozess extrem beschleunigen.

 Also produzierten sie ihren ersten, noch recht rustikalen Prototypen, der vor allem aus Holz bestand. Nach dem ersten gewonnenen Wettbewerb, war klar, dass die Idee Potenzial hatte. Kurzerhand gaben sie ihr Studium auf und konzentrierten sich zu 100 Prozent auf die Weiterentwicklung ihres Prototypen. Um weiter zu kommen, mussten sie erst mal einen Investor finden. Sie bewarben sich bei unterschiedlichen Accelerators und gingen am Ende zu HAX, dem größten Hardware-Accelerator, mit Sitz in Shenzhen, China. Nach vier Monaten hatten sie ihr Robo Wunderkind Prototyp, der etwas an die guten, alten LEGO-Bausteine erinnert.

Shenzhen
Shenzhen ist eine Planstadt, die durch ihren Sonderstatus besonders interessant für ausländische Investoren ist. Hier wird keine Planwirtschaft verfolgt, sondern eine offenere Wirtschaftspolitik, die vor allem auf Export abzielt. Es ist die Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in China. Die Schwerpunkt der lokalen Wirtschaft sind die Elektronik- und die Telekommunikationsindustrie.

Doch der Inhalt dieser Würfel ist definitiv nicht hohl. Im Inneren der einzelnen Module befindet sich die ganze Technik der kleinen Roboter. Die Gründer haben sich für ein kindgerechtes, buntes Design entschieden. Die verschiedenen Bauteile können dann, je nachdem, was die Kinder bauen wollen, aneinander gesteckt werden. Mit Hilfe einer App werden die Bauteile von den Kindern programmiert. Beispielsweise kann der Roboter nach erfolgreicher Programmierung losfahren,  sobald ein Lichtstrahl den passenden Sensor dafür streift, oder es kann verhindert werden, dass er gegen eine Wand fährt. Der Fantasie der Kinder wird viel Spielraum gelassen. Und während sie versuchen, das Ergebnis zu erreichen, dass sie gerne hätten, lernen sie auf spielerische Weise Probleme zu lösen und zu programmieren.

Mit einer intuitiven App können die Kinder ganz alleine ihre Robo programmieren.

Ihre Idee und ihre Kickstarter-Kampagne durften die drei Gründer auf der der größten Bühne, dem StartUp-Battlefield-Disrupt, in Boston vorstellen. Organisiert wird diese regelmäßig von TechCrunch, einer der weltweit führenden Online-Nachrichtenportale für Technologie und Internet. Auch wenn sie nicht gewonnen haben, so haben sie dadurch die Aufmerksamkeit der größten Technik-Medien gewonnen und wurden weltweit bekannt.

Es sind bereits viele Vorbestellungen für die Robos eingegangen. Der Robo Wunderkind soll aber nicht nur ein Spielzeug sein, sondern vor allem als Lehrmittel genutzt werden. Daher wurde er bereits in der Testphase mit Schulklasse ausprobiert. Ab Frühjahr 2017 wird es dann die ersten offiziellen Robos auf dem Markt geben – und einige der Vorbestellungen sind von Schulen.

Mehr zu Robo Wunderkind könnt ihr auch im Interview nachlesen.

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