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RECUP – To-go-Becher nachhaltig gestalten

Viele haben es schon versucht, doch niemand hatte bisher so eine Reichweite wie das To-go-Becher-Pfandsystem des Start-Ups RECUP.

Startup NachhaltigkeitUmwelt München

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Das Start-Up RECUP hat ein Mehrweg-Pfandsystem für den Coffee-to-go entwickelt. Mit der passenden App erfährt man, in welchem Café man einen RECUP-Becher bekommt und wo man ihn wieder abgeben kann. Das schont die Umwelt und ist auch für die Café-Besitzer günstiger als die Pappbecher.

reCup GmbH

Fabian Eckert, Florian Pachaly

Fabian Eckert; Florian Pachaly; kontakt@recup.de

GmbH

c/o Impact HUB; Gotzingerstraße 8
81371 München
Deutschland

kontakt@recup.de

Am Morgen halb aus dem Bett in die Dusche gefallen, schnell angezogen und dann ab Richtung Uni oder Arbeit. Auf dem Weg holt man sich dann noch einen Coffee-to-go, der, sobald er nicht mehr die Zunge verbrennt, schnell heruntergespült wird. Offensichtlich geht es nicht mehr ohne den Wachmacher aus dem Einwegbecher. Aber auch nicht mit: Nach kurzer Zeit landet der Becher in der Tonne -  oder daneben. Und das allein in Deutschland 320.000 mal in der Stunde.

Der Einwegbecher ist für viele das Paradebeispiel unserer Wegwerfgesellschaft, die nur konsumiert und schnell durch neues ersetzt. Aber es gibt Alternativen: Zum Beispiel den eigenen Kaffeebecher ins Café mitbringen. Aber der müsste dann immer dabei sein, wenn man mal eben unterwegs Lust auf Kaffee hat. Für viele ist das nicht alltagstauglich. Abhilfe könnten da die Gründer des Münchner Start Up RECUP schaffen, die mit einem Pfandsystem für wiederverwendbare Becher die komplette Coffee-to-go Landschaft aufrollen möchten.

Mitgründer Florian von RECUP vor dem Partner-Café gangundgäbe.

Fabian Eckert und Florian Pachaly haben sich ganz unabhängig voneinander Gedanken über das Becherproblem gemacht. Der Münchner Fabian hat Leadership for Sustainability in Malmö, Schweden, studiert und hat für ein Projekt an seiner Universität die Pappbecher in den Cafeterien gegen Tassen ausgetauscht – das Thema ist hängen geblieben. Beide erzählten am exakt gleichen Tag Julia Post, der Macherin der Kampagne gegen Einwegbecher  „Coffee-to-go-again“, von ihrer Idee. „Jetzt habt ihr mir an einem Tag genau dasselbe erzählt. Ihr solltet unbedingt miteinander reden“, meinte Julia da zu Florian.

Polypropylen

Bei PP oder auch Polypropylen handelt es sich um einen thermoplastischen Kunststoff, der durch Polymerisation aus Ethen hergestellt wird. PP ist einer der am häufigsten verwendeten Standardkunststoffen. Ein Drittel der verwendeten synthetischen Fasern erfolgt auf der PP-Basis. Es ist das  härteste Material, welchesdas sich auch bei Temperaturen oberhalb 100 °C durch hohe Reibfestigkeit und Hitzebeständigkeit auszeichnet. Zudem isoliert es gut und ist beständig gegen Umwelteinflüsse.

Danach ging alles sehr schnell. Innerhalb von drei Monaten starteten die Jungs ihre Testphase in Rosenheim, um herauszufinden, ob so ein Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher überhaupt funktioniert. Weder Logo noch Becher waren bis zu dem Zeitpunkt wirklich ausgreift und trotzdem kamen schnell 26 Partner vor Ort zusammen, die teilweise ihre Becher nicht mal mehr zurückgeben wollten. „Wir wollten eigentlich nach acht Wochen erst einmal alle wieder einsammeln und die Ergebnisse auswerten, aber viele Cafés wollten weiter machen“, sagt Florian. Also blieben die Becher wo sie waren und gleichzeitig wurden neue, schönere Becher in zwei verschiedenen Größen und Farben in Auftrag gegeben. Sie sind, wie Tupperware, aus Polypropylen, ein recycelbarer Kunststoff, der hitzebeständig, bruchsicher, lebensmittelecht und leicht ist. Sollte ein Becher kaputt gehen, sendet RECUP ihn einfach zurück an den Hersteller, einem mittelständigen Unternehmer im Allgäu, der das Material wiederverwenden kann. Aber auch wenn er im Müll landet, wird er von den meisten Abfallwirtschaftssystemen aussortiert und in einen gesonderten Kreislauf gegeben.

Die RECUP-Becher.

Mittlerweile gibt es 474 Standorte in ganz Deutschland, die Teil des RECUPS-Pfandsystems sind, unter anderem auch in Oldenburg, Köln und Ludwigsburg. Auch in Berlin gibt es sie. Hier hat sich RECUP mit dem dortigen Pfandsystem JustSwapIt im März 2017 zusammengeschlossen. Und auch das RECUP-Team ist gewachsen. Waren es im Februar 2017 nur Fabian und Florian, so sind es nun ganze 18 Mitarbeiter, die den Betrieb am Laufen halten. Selber finanzieren können sie sich aber noch nicht. Denn den einzigen Verdienst, den sie an dem Pfandsystem haben, ist der monatliche Mitgliedsbeitrag der Cafés. Für die Becher selbst zahlen sie, wie auch die Kunden, nur den Pfand von einem Euro, den sie bei Rückgabe zurückbekommen.

Zur richtigen Zeit, die richtige Idee, schnell auf den Markt und immer im Austausch mit anderen – für Florian die Gründe, warum sie so viel Erfolg mit ihrem Produkt haben. Welche Hürden es bei der Gründung noch gab, wie die Logistik funktioniert und ob es auch bald den passenden Deckel zum Becher gibt, erfahrt ihr hier im Interview.

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