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Sauberkasten – Putzmittel wie bei Oma

Das Start-Up Sauberkasten bringt Nachhaltigkeit in den Putzalltag – ganz ohne schädliche Nebenwirkungen für Natur und Umwelt.

Caroline Deidenbach Sauberkasten

Startup NachhaltigkeitMaterialUmwelt Leipzig

Sauberkasten Logo

Das Start-Up Sauberkasten zeigt, wie man nachhaltige Reiniger und Waschmittel ganz einfach selbst machen kann. Zehn verschiedene Reiniger entstehen aus sechs altbewährten Hausmitteln. Sie sind umwelt- und gesundheitsfreundlicher, vegan und palmölfrei.

Sauberkasten

Jeanette Schmidt, Henriette Grewling

Jeanette Schmidt, Henriette Grewling; Tel.: 0151 65 65 33 31; hallo@sauberkasten.com

Schmidt Grewling GbR

2017

c/o Social Impact gGmbH; Weißenfelser Straße 65 H
04229 Leipzig
Deutschland

hallo@sauberkasten.com

Im klassischen Drogeriemarkt quellen die Regale mit Reinigungsmitteln geradezu über: in jeglichen Farben und Formen versuchen die Hersteller ihr Produkt hervorstechen zu lassen. Das führt dazu, dass Materialien verwendet werden, die es gar nicht bräuchte, wie Farb- und künstliche Duftstoffe alla Meeresbrise oder Lavendel. Doch das, was wir da am Ende in die Kanalisation schütten, ist selten gut für die Umwelt. Das dachte sich auch Jeanette Schmidt, eine der Gründerinnen des Sauberkastens.

Die Idee entwickelte Jeanette eigentlich aus einem anderen Grund. Für ihre Bachelorarbeit im Integrierten Design fragte sie sich: Wie nachhaltig sind wir in unserem Alltag? Sie merkte selber, dass sie im Bereich Ernährung und Konsum bereits immer den Aspekt der Nachhaltigkeit miteinbezog, aber nicht bei ihren Putz- oder Waschmitteln. Auf der einen Seite gibt es natürlich die Alternativen aus dem Bio-Markt – doch sind diese oft nicht gerade preiswert. Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch die guten, alten Hausmitteln, die unsere Großmütter noch verwendet haben. Im Internet schwirren dazu auf den verschiedensten Foren viele Tipps und Rezepte umher – doch welche wirken wirklich? Das untersuchte Jeanette in ihrer Bachelorarbeit und entwickelte daraus den Sauberkasten. Einen einfachen Kasten mit allen Grundsubstanzen für das schadstofffreie, einfache und natürliche Putzen.

Alles Zutaten mit Rezept für ein giftfreies Spülmaschinenpulver.

Auf die Idee sich damit selbstständig zu machen, wäre Jeanette nun erstmal trotzdem nicht gekommen. Erst nachdem sie immer wieder von Freunden und Bekannten darauf angesprochen wurde, ob man den Sauberkasten nicht auch kaufen könnte, wurde ihr bewusst, wie groß das Interesse daran war. Also bewarb sie sich beim Social Impact Lab in Leipzig und gemeinsam mit zwei Freundinnen, Jette und Nina, haben sie dort ein achtmonatiges Coaching, mit Workshop rund ums Gründen, absolviert. In dieser Zeit wurde das komplette Konzept perfektioniert – die Rezepte überarbeitet, der Kasten in drei Varianten konzipiert und das Geschäftskonzept aufgestellt. Der Sauberkasten beinhaltet mittlerweile sechs Zutaten – Natron, Essig, Zitronensäure, Kernseife, Soda, ätherische Öle – mit denen man zehn verschiedene Reiniger, vom Waschmittel über den Glasreiniger bis hin zu Scheuerpaste, herstellen kann. Viele Mittel kann man gleich auf Vorrat zubereiten und im Schnitt reichen sie sechs Wochen lang. Alle Produkte kommen aus Deutschland, bis auf die Kernseife, die kommt von einer kleinen Manufaktur in Griechenland. „Wir haben lange danach gesucht und das gab es in Deutschland einfach nicht: eine vegane und palmölfreie Kernseife“, sagt Jeanette. Verpackt und etikettiert wird am Ende alles in der Lebenshilfe, einer Behindertenwerkstatt in Leipzig.

Die Gründerinnen (von li nach re): Nina, Jeanette, Jette.

Als das Konzept stand haben Jeanette und Jette im Juli 2017 eine GbR gegründet und starteten anschließend eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext. Bereits in den ersten Tagen ging eine 10.000 Euro Spende ein und nach vier Wochen hatten sie ihr Ziel von 30.000 Euro sogar überschritten: 42.098 Euro. Doch von dem Gewinn werden die Gründerinnen erst mal nichts sehen und sich vor allem kein Gehalt auszahlen. Sie reinvestieren alles in die Sauberkästen, um sich auch ein Lager aufzubauen. „Gerade haben wir nur einen einzigen Sauberkasten, der uns auf jeder Messe und Präsentation begleitet“, sagt Jeanette. Sie selbst macht noch ihren Master im Fachbereich intermediales Design und Jette ihr Referendariat. Trotz der doppelten Belastung wollen sie die Erfahrungen aus dieser Zeit aber nicht missen. Vor allem die viele Unterstützung von Kommilitonen, Freunden und Bekannten, die sie währenddessen erfahren haben.

Eine eigentlich recht banale Sache wie Putzmittel kann, neben dem Aspekt der Umwelt und der Gesundheit, so auch einen weiteren sozialen Impact haben: altes Wissen weitergeben, das schon fast verloren war. Bereits die Generation unserer Eltern kennt diese Rezepte nicht mehr. Das Team vom Sauberkasten sieht ihr Unternehmen als Starthilfe. „Irgendwann wird er vielleicht auch nicht mehr gebraucht. Das wäre auch in Ordnung, dann müssten wir schauen, wie wir uns weiterentwickeln können“, sagt Jeanette. Doch nun geht es erst mal in die Produktion.

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