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Transparenz leicht gemacht

Der Deutsche Spendenrat e.V. bietet kostenlose Einzelberatungen zur Verbesserung der Transparenz von gemeinnützigen Organisationen

Sebastian Preiß Deutscher Spendenrat e.V.

Förderer TransparenzCoachingStandards Berlin

Deutscher Spendenrat e.V. Logo

„Transparenz-leicht-gemacht“ ist ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördertes Projekt des Deutschen Spendenrats e.V. und bietet Hilfe mit der Expertise von Wirtschaftsprüfern und Mitgliedsorganisationen im Deutschen Spendenrat e.V.

Deutscher Spendenrat e.V.

Felicitas Krekosch

e.V.

2016

Fabeckstraße 55
14195 Berlin
Deutschland

„Wenn jemand 1 Euro für eine gemeinnützige Organisation spendet, dann möchte er eigentlich am liebsten, dass 1,50 Euro beim Bedürftigen ankommen, aber das kann leider nicht funktionieren," sagt Felicitas Krekosch, Leiterin des Projekts "Transparenz-leicht-gemacht" des Deutschen Spendenrats e.V. Sie weiß, was Spenderinnen und Spender von den gemeinnützigen Organisationen erwarten, die sie unterstützen: Nämlich einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Mitteln. Aber sie weiß auch, dass dies für viele gemeinnützige Organisationen ein schwieriges Thema ist. Denn es ist nicht einfach den Spenderinnen und Spendern zu erklären, dass ein Teil ihrer Spende auch für Personalkosten, Büromiete und die Kosten für Öffentlichkeitsarbeit drauf geht, anstatt unmittelbar denen zuzukommen, die man ja eigentlich im Blick hatte. Die Antwort des Deutschen Spendenrats e.V. auf dieses Problem lautet: Transparenz. „Es ist wichtig, den Spenderinnen und Spendern verständlich und nachvollziehbar zu erklären, was mit deren Spende passiert. Spielt nicht mit dem Vertrauen eurer Spenderinnen und Spender, sondern stärkt es vielmehr durch transparentes Handeln und Berichten“, sagt Felicitas Krekosch.

 

Das klingt einfach, sieht aber in der Realität oft ganz anders aus. Denn bei der Gründung einer Initiative zählen zuerst oft andere Dinge als Transparenz: Viele Projekte starten mit viel Idealismus im kleinen Kreis, die Strukturen sind eher informell und man arbeitet konkret an einem Ziel. Aus der Initiative wird dann aber möglicherweise ein Verein oder eine gemeinnützige GmbH, aus Ehrenamtlichen werden bezahlte Angestellte und der Verwaltungsaufwand nimmt zu. Diese Wachstumsphase stellt eine besondere Herausforderung dar: gewachsene Strukturen müssen klarer definiert werden, die Auskunftspflicht gegenüber dem Finanzamt steigt und ebenso die Erwartungshaltung der Unterstützer. Kurz, die Organisation muss transparenter werden. Die Folgen mangelnder Transparenz für gemeinnützige Organisationen können fatal sein: Es droht der Entzug der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt und der Vertrauensverlust von Spendern und Unterstützern. Einmal verlorenes Vertrauen ist schwer wiederaufzubauen. Auch große Organisationen erholen sich nur langsam von Skandalen und für kleine, frisch gegründete Organisationen kann es gleich wieder das Ende bedeuten. Transparenz ist daher sehr wichtig, aber Themen wie Steuerrecht und Rechnungslegung sind nicht jedermanns Liebling, wenn man doch eigentlich gerade die Welt ein kleines Stückchen besser machen wollte.

 

Mit „Transparenz-leicht-gemacht“ versucht der Deutsche Spendenrat e.V. genau hier anzusetzen. Der vor 25 Jahren gegründete gemeinnützige Dachverband für spendensammelnde gemeinnützige Organisationen möchte die Transparenz im Spendenwesen erhöhen. Über 60 Mitgliedsorganisationen wie beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Tierschutzbund und die Seenotretter (DGzRS) kommen hier zusammen, wobei sie sich zu den Grundsätzen des Verbands bekennen und sich verpflichten, die hohen Qualitätsstandards einzuhalten. Unterstützung erhalten Vorstand und Geschäftsführung vom ehrenamtlichen Wirtschaftsprüferausschuss im Deutschen Spendenrat e.V.

Im Spendenrat steckt also eine ganze Menge Expertise und Erfahrung, die Felicitas Krekosch im Projektangebot von „Transparenz-leicht-gemacht“ gerne weitergeben möchte: „Wir haben viele Anfragen von gemeinnützigen Vereinen und Organisationen bekommen, die sich die Frage stellten, wie sie transparenter werden können. Wir wollten gerne helfen, aber diese Form der Beratung konnten wir damals nicht anbieten. Deshalb hat der Deutsche Spendenrat e.V. Projektmittel beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beantragt und aufgrund des zielorientierten Ansatzes auch erhalten.

In bundesweiten Workshops wird Wissen zum Thema Transparenz vermittelt. (Fotocredit: Deutscher Spendenrat e.V.)

Mit Hilfe der Förderung des Bundesministeriums wurde das Projekt "Transparent-leicht-gemacht" dann 2016 aufgebaut. Es besteht aus drei Säulen: Einem Online-Selbsttest, einem bundesweiten Schulungsprogramm sowie kostenlosen Einzelberatungen mit einem Wirtschaftsprüfer vor Ort. Der Selbsttest ist als erster Schritt gedacht – durch einen von Experten erstellten Fragebogen soll jede Organisation für sich einschätzen können, in welcher Transparenzstufe sie sich gerade befindet und wo Verbesserungsbedarf bestehen könnte. Bei den bundesweiten Workshops wird dann Wissen zu den Schwerpunktthemen Strukturaufbau, Rechnungslegung, Steuer- sowie Gemeinnützigkeitsrecht vermittelt. Diese richten sich dabei an alle gemeinnützigen Organisationen mit Sitz in Deutschland und werden regelmäßig in unterschiedlichen Städten angeboten. Die Teilnehmer werden je nach Vorkenntnissen in Gruppen eingeteilt, sodass die Referenten aus der Wirtschaftsprüfung und den Mitgliedsorganisationen im Deutschen Spendenrat e.V. speziell auf sie eingehen können. Bei den kostenlosen Einzelberatungen geht es dann um spezifischere Probleme, die man mit einem Wirtschaftsprüfer vor Ort im Einzelgespräch besprechen kann.  

Wichtig ist, dass sich nur gemeinnützige Organisationen beraten lassen können – das müssen sie mit einem Freistellungsbescheid, einem Registerauszug und einem Auszug ihrer Satzung belegen. Der Deutsche Spendenrat e.V. wird voraussichtlich demnächst im Rahmen des Projekts auch kostenfreie Webinare anbieten und projektbegleitend in einem Arbeitsbuch hilfreiche Tipps zum Thema „Transparenz“ zusammenstellen.

Das Thema Transparenz spielt aber auch für nicht-gemeinnützige GründerInnen eine große Rolle. Denn der Aufbau von transparenten Strukturen ist hier genauso relevant und auch die Folgen von mangelnder Transparenz können Start-Ups genauso heftig treffen. Mehr darüber könnt ihr im Artikel über Compliance nachlesen.

 

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