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Digital Sozial

TEIL 2: Digital zum sozialen Engagement

Severin Engelmann Redd Angelo

BildungVerantwortungDigitalSozial

 

Als ein Projekt der Hans Sauer Stiftung will die Inspirationsplattform relaio.de nachhaltige UnternehmerInnen informieren, fördern und zusammenbringen. Die Serie Digital Sozial beschäftigt sich dabei mit der Kernfrage, wie soziales Unternehmertum von den Vorteilen digitaler Möglichkeiten profitieren kann - und welche Grenzen es gibt.

 

Die ersten drei Teile der Serie Digital Sozial dienen als Gedankenanstoß: sie fragen nach den Bedingungen für echte Wertschöpfung, die aus sozialen Initiativen und Unternehmen digital entstehen kann. Der folgende zweite Teil (Teil 1) handelt von den Möglichkeiten online eine soziale Persönlichkeit zu entwickeln, indem -  unabhängig von Raum und Zeit - kreativ an sozialen Projekten gearbeitet werden kann. Als Beispiel hierfür steht die Online Community youvo.org, die motivierte Kreative und soziale Organisationen kooperativ vermittelt. 

 

 

Von außen betrachtet ist youvo.org also eine Onlineplattform, auf der Menschen themenspezifisch vermittelt werden und sich austauschen können – genial, oder...? Bleiben wir zunächst bei Äußerlichkeiten: gelangt man auf die Seite wird man von einer Fotografin  - scheinbar unmittelbar im Akt des Fotografierens – begrüßt, es fliegt Konfetti. You create, you volunteer – ein in Blautönen puristisch angehauchter Schriftzug verrät das eigentliche Unterfangen, denn bei youvo.org können Menschen ihre Kreativität konstruktiv und produktiv in soziale Projekte aller Art einfließen lassen. Umgekehrt können kreativitätsbedürftige soziale Projekte, soziale Organisationen (z.B. Nonprofits) und soziale Unternehmen hier fündig werden. Wenn ich (beispielsweise), 22 Jahre alt, begnadeter Filmemacher, wohnhaft irgendwo in der ländlichen Prärie Deutschlands für eine Nonprofit-Organisation aus Berlin kreativ arbeiten will, dann geht das über youvo.org  - von zu Hause aus.

 

Das klingt toll und funktioniert auch, bisher wurden über 90 Projekte über die Plattform abgeschlossen, die Projektergebnisse werden in Ausschnitten auch auf der Webseite veröffentlicht. Das System funktioniert vor allem (aber natürlich nicht nur) Dank der drei Kreativlinge des Gründerteams. Denn egal ob man sich engagieren will oder als Projekt Engagierte sucht, bei youvo.org steht das Qualitätspotential einer möglichen Zusammenarbeit im Vordergrund. Man betritt und verlässt die Seite zwar digital und dezentral, im Hintergrund laufen offline aber nicht-automatisierte menschliche Gespräche und Interaktionen, Analysen und Bewertungen ab. Die drei Haupt-youvos nennen das „Community Management“. „Gemanaged“ werden dabei zum Beispiel die Erwartungen beider Gruppen bevor es zu einer Zusammenarbeit kommt. Der Plattform geht es nicht um die Anzahl, nicht um „so viele Projekte wie möglich“.

 

Die Voraussetzung der Wertschöpfung die über youvo.org digital erzeugt wird, verläuft also im Hintergrund analog. Doch neben dem Fortschritt, den youvo.org für soziales Engagement darstellt, fördert es noch etwas anderes: Auf youvo.org haben motivierte und kreative Menschen eine Möglichkeit ihre soziale Persönlichkeit zu konstruieren. Und das ist etwas sehr Wertvolles. In einem 500 Seelen Dorf ist es extrem schwer sich entgegen der Meinung der Mitmenschen anders darzustellen und zu präsentieren. In der digitalen Welt kann es den Platz geben, den es braucht, um mehr Verantwortung für und Bestimmung über seine eigene Persönlichkeit zu erlangen. youvo.org ist so ein Ort – an dem man als kreativ begabte(r) auf Gleichgesinnte trifft. Wir trafen das dreiköpfige Gründerteam des frischgekürten Leuchtturm-Projektes der Google Impact Challenge (Preisgeld: 250.000 Euro) in Berlin, das Interview folgt in Kürze.

 

Im nächsten Teil der Serie Digital Sozial hinterfragen wir ein anderes digitales Wertekonzept kritisch: Slacktivism!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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