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Digital Sozial

TEIL 1: Die allgegenwärtige Marketingkultur der digitalen Sphäre

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Als ein Projekt der Hans Sauer Stiftung will die Plattform relaio.de nachhaltige UnternehmerInnen informieren, fördern und zusammenbringen. Die Serie Digital Sozial beschäftigt sich hierfür mit der Kernfrage, wie soziales Unternehmertum von den Vorteilen digitaler Möglichkeiten profitieren kann - und welche Grenzen es gibt.

Die ersten drei Teile der Serie Digital Sozial sind ein Gedankenanstoß: sie fragen nach den Bedingungen für echte Wertschöpfung, die aus sozialen Initiativen und sozialen Unternehmen digital entstehen können. Dieser erste Teil beschäftigt sich mit den Vorzügen und Fallstricken der allgegenwärtigen Marketingkultur der digitalen Sphäre.

 

Die Geschwindigkeit ist immens. Facebook hatte im Jahr 2004 genau zwei Mitarbeiter: Mark Zuckerberg und Eduardo Saverin. Zehn Jahre später blickt die verbliebene Spitze Zuckerberg auf sein Imperium mit über 1.3 Milliarden Nutzern weltweit. Er selbst ist längst ein Popstar – nein kein Rapper oder Schauspieler - Zuckerberg ist der Nerd von nebenan, der durch einen Haufen cleverer Algorithmen den Takt der globalen Informationsströme vorgibt. „Machen wir uns nichts vor!“, wird der eine oder andere nun wohl sagen, „Facebook ist eben Facebook und Google Google“!  

Unternehmensgründungen sind immer komplexe Odysseen, unvorhersehbare Abenteuer, heutzutage ja fast schon Kult. Laut Statistik zumindest sind sie auch meistens zeitlich gesegnet, das war vor der digitalen Revolution aber auch schon so. Ein paar Dinge sind grundlegend anders: Noch vor 10 Jahren war alleine das Marketing eine derart komplexe Angelegenheit, dass davon in den ersten Jahren nach der Unternehmensgründung meist nichts auf den Prio-Listen zu sehen war. 

Heute braucht man aber kein großes Marketingbudget mehr, um für sein Unternehmen Aufmerksamkeit zu erreichen – genau — Zuckerberg, Page und Co sei Dank! YouTube, Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und wie sie alle heißen gibt es zum „Nulltarif“, klar, die Daten sind dann natürlich futsch. 28 Millionen Deutsche besuchen Facebook regelmäßig, die meisten davon sind im Alter zwischen 18 und 35. Im Fernsehen wäre diese Quote ein Marktanteil von etwa 80% — jeden Tag. Der kostenlose Zugang zu den beliebtesten Medienangeboten im Land, dieser Strom an Daten - vor allem in Form von grafischen Repräsentationen (Bilder, Videos, GIFs) – produziert fast schon automatisch Vermarktungskünstler- und Experten, die in einem Startup in Windeseile das Marketing vorantreiben können. Marketing! Marketing! Marketing! Das ist sicherlich gut, einerseits. 

Und zwar dann, wenn es etwas zu vermarkten gibt. Wenn es nichts zu vermarkten gibt, weil es noch kein fertiges Produkt oder eine zu nutzende Dienstleistung gibt, wird das Marketing selbst-referentiell: Der Wirkungsgrad des Unternehmens beschränkt sich auf die reine Vermittlung der Vermarktung. 

Die Dynamiken der sozialen Medien verleiten sicherlich zu dieser Vermarktungskultur. Ein soziales Unternehmen muss die Vorteile der Digitalität nutzen, darf dadurch aber nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren: Denn auch im digitalen Zeitalter sollte Marketing Mittel zum Zweck bleiben.

Ein Paradebeispiel für eine digitale Sozialinitiative, die gerade eine gute Portion Impact in ihren Blicken hält stellen wir euch im nächsten Teil der Serie Digital Sozial vor: den Google Impact Challenge Finalisten youvo.org aus Berlin!

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