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Als Ecopreneur ökologisch und erfolgreich gründen

Ökologische Zielsetzung und erfolgreiches Wirtschaften gehen Hand in Hand.

Isabel Oostvogel

PersonVerantwortungUmfeld

Das Konzept Ecopreneurship

Von Ecopreneurship wird gesprochen, wenn ein Unternehmen sich sowohl durch eine konsequente Orientierung an ökologischen Zielen als auch durch das Streben nach Umsatzwachstum auszeichnet. Kernpunkt dieser Unternehmerszene ist es, den „Ausbruch aus der Öko-Nische“ als Thema der Unternehmensführung zu machen und mit umweltorientierten Leistungen den Markt zu beeinflussen.

Nachhaltiges Wirtschaften beinhaltet neben der sozialen Verantwortung auch Achtung und Schutz der Umwelt. Bei Ecopreneurship liegt somit anders als bei Social Entrepreneurship der Fokus auf Ökologie und Innovation. Unternehmen, in denen Umweltaspekte eine zentrale Rolle spielen, tragen maßgeblich zum ökologischen Fortschritt von Wirtschaft und Gesellschaft bei. So werden auch etablierte Unternehmen zunehmend  dazu aufgefordert ihre Güter stärker an Umweltrichtlinien auszurichten. Besonderes Augenmerkt liegt hierbei auf den Konzepten der Öko-Effizienz und Öko-Effektivität bzw. Konsistenz. Öko-Effizienz beschreibt die wirtschaftliche sowie ökologische Optimierung des Produktionsablaufs durch Reduzierung der Material- und Energieintensität oder Verminderung des Schadstoffausstoßes. Öko-Effektivität hingegen geht noch weiter und folgt dem Leitbild der Kreislaufwirtschaft (circular economy): Produkte sollten entweder als biologische Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurückgeführt oder als technische Nährstoffe lückenlos in technischen Kreisläufen gehalten werden. Öko-Effektivität, häufig auch als Konsistenz bezeichnet, zielt demnach auf Innovationen ab, die mit weniger Ressourcen mehr erreichen und dadurch zur Lösung ökologischer Probleme beitragen. Auf diesem Verständnis basiert Ecopreneurship.

Ziele

Ecopreneurship stellt bestehende Produkte und Dienstleistungen in Frage und bietet nachhaltige Alternativen am Markt an. Im Gegensatz zum herkömmlichen Umweltmanagement von Großunternehmen geht Ecopreneurship über gesenkte Umweltkosten oder die Bedienung von Öko-Nischen hinaus: Im Kern der gesamten Unternehmung steht bei Ecopreneurs die Lösung eines konkreten umweltbezogenen Problems.

Die sogenannten „Sustainable Champions“ führen neue, nachhaltige Techniken und Innovationen ein und verfolgen das Ziel, Impulse zu setzen und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Sie erkennen Marktpotenziale für umweltfreundliche Problemlösungen und arbeiten heraus, wie diese auf die Bedürfnisse potentieller Kunden abgestimmt werden können. So initiieren sie nachhaltige Wertschöpfungsprozesse und nutzen den richtigen Augenblick.

Ecopreneurs

Ecopreneurs streben eine ökologisch nachhaltige Veränderung in der Gesellschaft an und übernehmen aus persönlichem Antrieb Verantwortung für Natur und Umwelt. Dadurch stellen sich die Unternehmer neuen Herausforderungen, die eine Entwicklung nachhaltiger Lösungen fördern. Mit den Innovationen, die zur Lösung von Umweltproblemen beitragen, werden durchaus auch hohe Marktanteile angestrebt. Ein Bewusstsein und Verständnis über ökologische Trends sowie die Situation am Markt sind somit Voraussetzung.

Die Motivation, den Wandel der Gesellschaft hin zur Nachhaltigkeit zu beschleunigen, ist bei Ecopreneuren überdurchschnittlich hoch. Da sie im Idealfall das ganze Marktgefüge beeinflussen wollen, ist es ihre Aufgabe Wettbewerbsvorteile herauszuarbeiten und ökologischen Kriterien gewinnbringend umzusetzen. Zudem müssen Veränderungsmöglichkeiten erkannt und genutzt werden. Aufmerksamkeit und die Fähigkeit systemischen Denkens sind somit typische Charakteristika von Ecopreneurs. Äußere Umstände den eigenen Ideen und Vorstellungen anzupassen bedeuten auch ein hohes Maß an Neugierde, Lernfreude und die Bereitschaft sich vom Status Quo abzulösen. Somit sind Kreativität und klare Zielvorstellungen entscheidend.

Auch die Bereitschaft und Fähigkeit mit Risiken umzugehen, sollte bei Ecopreneurs gegeben sein. Bis Alternativprodukte von Kunden akzeptiert, verstanden und gekauft werden vergeht oft viel Zeit und fordert Geduld und Risikobereitschaft. Auch ist nie die Sicherheit gegeben, dass ökologisch sinnvolle Ideen automatisch besser für die Gesellschaft sind als bereits bestehende Produkte und sich durchsetzen können. Eine robuste Persönlichkeit, Selbstbewusstsein,  Überzeugung und Motivation sind Must-Haves der Ecopreneure, um sich gegen Widerstände und Tiefen durchzusetzen.

Quellen
  • Peterson, H. (2001). Gewinner der Nachhaltigkeit: Sustainable Champions. Ansätze zur Analyse von Marktführern im Umweltbereich. Centre for Sustainability Management: Universität Lüneburg.
  • Peterson, H. (2003). Econpreneurship und Wettbewerbsstrategie: Verbreitung ökologischer Innovationen auf Grundlage von Wettbewerbsvorteilen. Metropolis Verlag: Marburg.
  • Schaltegger, S. & Petersen, H. (2000). Ecopreneurship- Konzepte und  Typologien. R.I.O. Management Forum, Center for Sustainability Management, Universität Lüneburg.
 

 

Ecopreneurship beschreibt jegliches freiwillige Verhalten zur Verbesserung der betrieblichen Umweltleistungen. Persönliche Motivation und subjektive Einstellung von Unternehmensmitgliedern zum Umweltschutz sind für das ökologische Arbeitsmanagement wichtig. Diese können als Antrieb wirken, sich innerhalb eines bestehenden Unternehmens oder bei einer Unternehmensgründung mit Umweltaspekten zu befassen. Checklisten können dabei helfen, den Status Quo abzufragen sowie neue Fragestellungen, Problemfelder und Möglichkeiten aufzuzeigen.

Folgende Checkliste der Universität Bremen orientiert sich an der EMAS Verordnung (siehe unten) und unterstützt bei der Erstellung einer Ist-Analyse.

Da Umweltschutz und Öko-Effizienz eine wichtige Bedeutung innerhalb der Geschäftstätigkeiten eines Ecopreneurs haben, sind bestehende Normen und Standards fest im unternehmerischen Alltag integriert. So können und sollten Umweltmanagementsysteme (UMS) als Unterstützungspotenzial für die systematische und kontinuierliche Entwicklung einer Umweltschutzstrategie fungieren.

Ein Beispiel für eine international geltende und weit verbreitete Umweltmanagementnorm ist ISO 14001. Diese legt weltweit anerkannte Anforderungen an das Umweltmanagementsystem und den Rahmen für die freiwillige Entwicklung von Maßnahmen zum Umweltschutz fest. Mehr Informationen gibt auch das Umwelt Bundesamt

Sehr hilfreich ist zudem der Leitfaden zur Einführung und Aufrechterhaltung des Umweltmanagements der SwissTS Akademie.

Die EMAS (Eco- Management and Audit Scheme) Verordnung stellt ein weiteres  bekanntes System für das freiwillige Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung dar. Alle umweltrelevanten Informationen und Daten, wie Energie- und Ressourcenverbrauch oder Emission müssen hier genau aufgezeichnet werden. Eine Umwelterklärung und eine externe Überprüfung sind verpflichtend. Informationen über das europäische Umweltmanagementsystem bietet die Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses.

 

Eine gesicherte Energieversorgung ist die Grundlage für Wohlstand. Damit dieser nicht auf Kosten unseres Planeten geht, wird mehr und mehr nach regenerativen Energien und nachhaltigen Alternativen zur fossilen Energiegewinnung gesucht. Eine Möglichkeit hat das Unternehmen EnerKite gefunden.

Das Team hat ein Windenergiesystem entwickelt, das effizienter, günstiger und versorgungssicherer als bisherige Windturbinen ist. Konventionelle Turbinen liefern nur für ein Viertel der Zeit Nennleistung und stehen häufig auf teuren Flächen im Binnenland oder auf See. Deren aufwendige Montage und Instandhaltung treibt die Kosten und somit die Preise für umweltfreundliche Energie in die Höhe. Die Drachen von EnerKite hingegen nutzen beständige und starke Winde oberhalb der Windkraftanlagen in Höhen von 100 bis zu 500m. Dadurch können sie bis zu 90% der Zeit Strom produzieren, über 4000 Stunden im Jahr auf Volllast.

Dank des effizienten Materialeinsatzes, der guten Ausnutzung des Luftraums sowie der geringen Montage- und Transportkosten wird sowohl die Umwelt geschützt als auch Kosten gespart. Eine gute Voraussetzung, das Denken und Handel der Gesellschaft nachhaltig zu beeinflussen.

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