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Ökologische Megatrends

Klimawandel, Ressourcenknappheit und Umweltverschmutzung als Chance.

UmfeldVerantwortung

Was sind Megatrends in unserer Umwelt und warum gibt es sie?

Ökologische Megatrends zeigen die wichtigsten Entwicklungen bezüglich Natur und Umwelt auf. In den letzten Jahrzehnten haben wir Menschen uns in Bezug auf unsere Umwelt nicht vorbildlich verhalten. Daraus ergeben sich Konsequenzen, die unsere Welt und damit auch Gesellschaft wie Wirtschaft grundlegend verändern werden beziehungsweise schon heute spürbar beeinflussen. Ökologische Megatrends treffen uns aber nicht nur in der Arbeitswelt. Sie gehen viel weiter. Vielen Menschen auf der Erde könnte durch die anstehenden Veränderungen die Lebensgrundlage wie der Zugang zu frischem Wasser oder ausreichend Nahrung und Energie entzogen werden. Obwohl das Bewusstsein der Menschen für den Erhalt und die Schonung unserer Umwelt in den letzten Jahren stark gestiegen ist, werden die Probleme nicht weniger! Die ökologischen Megatrends zeigen schonungslos unsere Umweltprobleme auf. Eines sollte zumindest uns gut informierten Menschen in Europa vollkommen klar sein: Unser Wirtschaftssystem und unser Konsumverhalten müssen sich grundlegend ändern.

Wenn jeder Mensch auf der Erde so leben würde wie wir Europäer, dann bräuchten wir momentan ungefähr drei Erden. Mit US-Standards sogar fast fünf. Um zu sehen wie die persönliche Bilanz aussieht, kann man hier seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck bzw. ökologischen Rucksack berechnen.

Diese Erkenntnisse sollten zu einem Umdenken in der Gesellschaft führen. Der Wandel hin zu bewussterem Konsum, Ressourcenschonung und umweltfreundlicherer Energieerzeugung ist also nicht nur ein freiwilliger Trend, sondern ergibt sich aus der absoluten Notwendigkeit etwas ändern zu müssen und bewusster mit unserer Umwelt umzugehen. Die ökologischen Megatrends zeigen deutliche Probleme auf. Wenn wir es schaffen diese Probleme als Chancen zu nutzen, können sie dabei helfen die Erde auch für künftige Generationen bewohnbar zu hinterlassen.   

Quellen
 

Welche ökologischen Megatrends gibt es?

Es gibt diverse ökologische Trends, die von verschiedenen Personen und Institutionen unterschiedlich bezeichnet und gewichtet werden. Auf die wichtigsten wird an dieser Stelle eingegangen und das folgende Video (englisch) dient als erste Orientierungshilfe.

Klimawandel

Treibhauseffekt

Der Treibhauseffekt reguliert den Temperaturhaushalt unserer Erde. Dabei reflektieren die Treibhausgase in der Atmosphäre die von der Sonne ausgestrahlte und der Erdoberfläche zurückgestrahlte langwellige Strahlung, so dass diese als Wärme in Erdnähe verbleibt. Ohne den sogenannten natürlichen Treibhauseffekt hätte es auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von ungefähr -18°C. Die verstärkte Ansammlung von anthropogenen (vom Menschen verursachten) Treibhausgasen führte in den letzten 100 Jahren zu einer weiteren Erwärmung der Erdoberfläche.

Oft zitiert, heiß debattiert, häufig angezweifelt. Der Klimawandel ist seit geraumer Zeit ein sehr präsentes Thema in unseren Medien. Doch was genau bedeutet eigentlich Klimawandel?

Das Klima auf unserer Erde hat sich während der letzten Millionen Jahre häufig geändert — auch ohne den Beitrag des Menschen. Doch dieses Mal ist es anders. Die Veränderungen unseres Klimas seit Beginn der Industrialisierung sind auch von den größten Skeptikern nicht mehr als bloße Schwankungen im natürlichen Verlauf der Erde ab zu tun, wie diese Datenvisualisierung verdeutlicht. Diese Veränderungen sind hausgemacht. Sie sind anthropogen, vom Menschen und seinem Verhalten hervorgerufen. Mit Klimawandel wird vor allem die Erwärmung der Erde gemeint. Die Ursache für diese Erwärmung liegt in der erhöhten Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Dies führt zum oft beschriebenen Treibhauseffekt.

Die durch den Treibhauseffekt verursachte Erwärmung der Erde bringt gleich mehrere Probleme mit sich. Das Abschmelzen der Pole und der damit verbundene Anstieg der Meeresspiegel. Ein erhöhtes Risiko und ein  Verstärken von Extremwetter-Phänomenen wie Hurrikans, Dürren oder Überflutungen. Auch kleinste Temperaturänderungen im empfindlichen Ökosystem unserer Erde können ganze Landstriche unfruchtbar machen und dadurch für Hunger und Leid sorgen.

Um den Klimawandel zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen, gibt es seit längerem einige Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft. Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gibt im Auftrag der Vereinten Nationen regelmäßig Berichte über den Stand des Klimawandels ab.

Auf Klimakonferenzen versuchen die Staaten gemeinsam einen Weg zu finden, um den Klimawandel zu drosseln. Dies soll durch die Reduktion von Treibhausgasemissionen wie zum Beispiel CO2 erreicht werden. Trotz dieser beinahe jährlich stattfindenden Treffen, ist das letzte aussagekräftige und verbindliche Übereinkommen mit klaren Zielen das 1997 unterzeichnete Kyoto-Protokoll. Die wichtigsten Inhalte sind hier gut aufbereitet zum Nachlesen: Kyoto-Protokoll-Umweltbundeamt.

Quellen
 

 

Ressourcenknappheit (Ressourcenwandel)

Wir Menschen betreiben seit längerem Raubbau an unserer Erde. Nicht erneuerbare Ressourcen werden ohne Rücksicht auf kommende Generationen oder die Umwelt verbraucht. Das bekannteste und wohl auch wichtigste Beispiel ist dabei das Erdöl. Zahlreiche Prognosen versuchen seit geraumer Zeit vorauszusagen wie lange unsere Erdöl Vorräte noch ausreichen werden. In einem sind sich jedoch alle Wissenschaftler einig: Das Erdöl wird eines Tages nicht mehr als Primärenergieträger zur Verfügung stehen. Während der Energiebedarf in der Welt rasant ansteigt, werden die großen Energieträger wie Öl und Gas immer weniger. Etwa 33% des Weltprimärenergiebedarfs wird momentan durch Öl gedeckt — 50% durch Kohle und Gas. Das hat nicht nur schlechte Auswirkungen auf unser Klima, sondern wird auch langfristig zu Versorgungsproblemen führen.

Um dem entgegen zu wirken, ist ein Umstieg auf erneuerbare Energieträger notwendig. Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Geothermie stehen als alternative Energielieferanten zur Verfügung.

 

 

Die Versöhnung von Ökonomoie und Ökologie bedeutet, dass der Schornstein raucht nicht qualmt.

Peter Gillies (ehem. Chefredakteur "Die Welt")
 

Nur durch eine rigorose Senkung des CO2-Ausstoßes und einen Umstieg auf klimafreundliche und erneuerbare Energien ist es möglich unseren momentanen Lebensstandard zu erhalten. Der Umstieg auf neue Energieträger und Technologien ist nicht nur gut für unsere Umwelt, sondern birgt auch enormes Potenzial für junge Unternehmen und Ecopreneurs.   

Der Energiesektor ist längst nicht der einzige von Ressourcenknappheit betroffene Bereich. Auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist längst nicht in allen Gebieten der Erde gewährleistet. 

 

Quellen
 

 

Verlust der Biodiversität

Der Begriff Biodiversität bedeutet im Deutschen Artenvielfalt. Dabei betrifft Artenvielfalt nicht nur die Tierwelt, sondern auch Pflanzen und Lebensräume fallen unter den Begriff der Biodiversität. Viele Arten auf unserem Planeten sind aus verschiedensten Gründen bedroht oder gar bereits ausgestorben. Ein häufiger Grund ist der oben bereits erwähnte Klimawandel, der vielen Arten schwer zu schaffen macht. Ein weiteres Problem sind sogenannte Bioinvasoren, die den heimischen Arten oftmals die Lebensgrundlage entziehen.

Doch das wohl größte Problem in Bezug auf die Biodiversität ist der Platzmangel. Der Mensch hat über die letzten Jahrhunderte beinahe jeden Winkel des Erdballs erobert. Unberührte Flecken, in denen sich Flora und Fauna ohne anthropogene Einflüsse ausbreiten können, gibt es kaum mehr. Viele Tier- und Pflanzenarten werden in immer kleinere Lebensräume zurückgedrängt. Die United Nations versuchen mit ihrer „Decade on Biodiversity“ diesen Problemen entgegen zu wirken. Dort wird sowohl ein Plan für die nächsten Jahre vorgestellt, sowie auch ein Programm zur Umsetzung propagiert: 20 targets under five strategic goals.

Diese fünf strategischen Ziele werden folgendermaßen unterteilt:

  • Strategic Goal A: Address the underlying causes of biodiversity loss by mainstreaming biodiversity across government and society
  • Strategic Goal B: Reduce the direct pressures on biodiversity and promote sustainable use
  • Strategic Goal C: Improve the status of biodiversity by safeguarding ecosystems, species and genetic diversity
  • Strategic Goal D: Enhance the benefits to all from biodiversity and ecosystem services
  • Strategic Goal E: Enhance implementation through participatory planning, knowledge management and capacity building

Der Verlust der Biodiversität ist nicht nur um seiner selbst willen sehr tragisch sondern hat auch großen Einfluss auf viele andere Bereiche unseres täglichen Lebens. Mit einer schwindenden Biodiversität gehen gleichzeitig auch Probleme bei der Trinkwasserversorgung, der Ernährungssicherheit und ein erhöhtes Risiko für Naturkatastrophen einher. Das sind allerdings noch nicht alle Begleiterscheinungen. Für Interessierte bietet die Seite Greenfacts noch weitere Informationen.

Quellen
  • United Nations Environment Programme, 2007. Valetta: Progress Press LTD
  • Grennfacts
 

 

Müll

Müll und Müllproduktion sind seit Jahren ein großes Thema. Seit geraumer Zeit wird vor allem über Plastiktüten viel und kontrovers diskutiert. Sollen sie verboten werden? Oder zumindest verteuert? Dabei wäre es so einfach den Verbrauch an Plastik zu verringern. Zum Einkaufen einfach einen Stoffbeutel mitnehmen und Lebensmittel nicht fertig verpackt, sondern wenn möglich offen kaufen und schon hat man einiges für sein eigenes Seelenwohl und auch für die Natur getan. Trotzdem greifen die meisten Leute weiterhin zur Plastiktüte. Deutschland schreibt sich häufig einen fortschrittlichen und vorbildlichen Umgang mit Müll zu, doch tatsächlich liegen wir mit 611 Kilo Siedlungsabfällen pro Jahr auf Platz vier in der EU (Quelle: statistisches Bundesamt 2012). Nur in Zypern, Luxemburg und Dänemark produzieren die Menschen mehr Müll pro Kopf. Auch das in Deutschland relativ gut funktionierende Recycling ist nicht die absolute Lösung. Statt sich zu überlegen wie man mit den anfallenden Müllbergen umgeht wäre es sinnvoller weniger Müll zu produzieren.

Die Müllproduktion ist ein globales Problem. In Ländern wie Indien oder China werden Unmengen an Müll verursacht und dessen Weg endet nicht selten in den Ozeanen. Nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen laden pro Jahr etwa 6,4 Millionen Tonnen Plastik im Meer. Daraus bilden sich gigantische Müllstrudel, die die Ausmaße ganzer Kontinente annehmen. Früher oder später werden sich aus den immensen Müllbergen erhebliche Umweltprobleme ergeben.

Als Lösungsansatz hilft das Prinzip des Recyclings, also der Wiederverwendung der Materialien, nur teilweise. Vor allem bedarf es einem geänderten und nachhaltigeren Produktions- und Konsumverhalten. Eine nachhaltige Lösung wäre weniger Müll zu produzieren, beispielsweise mit Hilfe von EcoDesign. Dazu kann jeder einzelne Mensch und jedes Unternehmen seinen Teil beitragen.      

Quellen
 

 

Nachdem man sich als Gründer über die verschiedenen Megatrends informiert hat, stellt sich die Frage: Wie geht man nun damit um? Prinzipiell gibt es zwei Strategien:

Entweder man bekämpft einen negativen Trend oder man versucht auf den Zug aufzuspringen und einen Megatrend für sich zu nutzen. Die eine Firma erfindet einen klimafreundlichen Fahrzeugantrieb und wirkt damit dem Klimawandel entgegen. Die nächste Firma nutzt den Ressourcenwandel, um mit erneuerbaren Energieträgern Geld zu verdienen. So zum Beispiel das Münchner Start Up Polarstern.

Megatrends, egal ob positiv oder negativ, führen dazu neue Wege zu gehen. Sie schließen eventuell eine Tür,  aber öffnen gleichzeitig auch eine neue. Diese Chancen gilt es zu nutzen, wenn man nachhaltigen Erfolg haben möchte.

 

We face great challanges today in our economy and environment, but the shift toward sustainability offers even greater opportunities. Starting Green gives you the tools to join this revolution with a business of your own…

Hunter Lovins (Co-Founder of the Rocky Mountain Institute)

Ökologische Megatrends haben eine sehr große Reichweite in beinahe jedem Teil unserer Gesellschaft. Sich ihnen zu entziehen ist weder besonders klug, noch langfristig von Erfolg geprägt. Die ökologischen Megatrends sind eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie zwingen uns dazu unsere Energie- und Umweltpolitik vollkommen neu aufzustellen. Herausforderungen wie Ressourcenknappheit oder Müll verlangen nach neuen, innovativen Lösungen. Hier schlummert ein enormes Potenzial für nachhaltigen und langfristigen Erfolg.

Es gibt kein Patentrezept wie man mit ökologischen Megatrends umgeht. Entscheidend ist aber die Auseinandersetzung mit diesen Trends und nicht zu warten bis man von diesem überrollt wird.

Die Firma Bionade entschied sich bei der Herstellung einer neuen Geschmacksrichtung für die Quitte. Eine einheimische aber fast vergessene Frucht. Damit trägt die Firma zum Erhalt der Agrobiodiversität bei.

Bionade stellt Erfrischungsgetränke aus rein biologisch angebauten Zutaten her. Das Unternehmen mit seinem Standort im Biosphärenreservat Rhön legt seit seiner Gründung in den 1980er Jahren Wert auf nachhaltiges Handeln. Bionade engagiert sich in Projekten wie "Bio-Landbau Rhön”, “KLASSE!” und “Wir pflanzen Trinkwasser” für Biodiversität und nachhaltigen Anbau.

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