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relaio – wieso weshalb warum

Die Geschichte hinter der Plattform www.relaio.de

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Man könnte meinen, dass eine Plattform für nachhaltiges Unternehmertum, so wie wir sie heute online finden, eine Idee sein muss, die nicht älter als ein paar Jahre sein kann – auch weil der Begriff der „Nachhaltigkeit“ eigentlich seit den in den 1980er Jahren durch die Arbeit der von den Vereinten Nationen eingesetzten Weltkommission für Umwelt und Entwicklung geprägt wurde und sich nur langsam zu dem Begriff entwickelte, den wir heute so inflationär verwenden. Auch wenn relaio eine Plattform für nachhaltige Unternehmer ist, ist die Idee zur Plattform fast genauso alt wie der Begriff der Nachhaltigkeit.

Das Relais
Ein Relais fungiert als Schalter, der mit Hilfe eines Elektromagneten bedient wird und Arbeits-stromkreise öffnet oder schließt. Durch diese Technik ist es bis heute möglich, durch kleine ungefährliche Steuer-Stromkreise große sowie starke, und damit auch gefährliche Arbeits-Stromkreise zu schalten.

Der Betreiber und Initiator der Plattform ist die Hans Sauer Stiftung. Eine Stiftung, die im Jahr 1989 von Hans Sauer gegründet worden ist und sich dem Zweck der Förderung technischer und sozialer Innovationen mit gesellschaftlichem Mehrwert widmet. Hans Sauer war mit über 300 Patentanmeldungen und einem eigenen, international tätigen Unternehmen ein sehr erfolgreicher Erfinder und Unternehmer. Durch seine Erfindungen wurde es möglich, bedeutend kleinere, effizientere Relais zu sehr viel geringeren Kosten herzustellen. Bei genauer Betrachtung kann man hier schon die erste Verbindung zwischen der Plattform und Hans Sauer finden, denn der Weg vom Begriff des Relais zum Namen der Plattform relaio ist nicht weit und war direkte Inspiration für die Namensgebung. Darüber hinaus steckt in dem Namen noch viel mehr, z. B. das Wort Relation im Sinne von Verbindung oder das englisch Verb „to relay“, das man mit „weitergeben“ oder „weiterleiten“ übersetzen kann. 
 

 

„Noch niemals in der Geschichte der Menschheit war die Herausforderung an die lebende Generation, vor allem an die lebenden Generationen der Industriegesellschaft, so groß, die richtige Entscheidung für technische Entwicklungen zur rechten Zeit zu treffen, die die gegenwärtigen und insbesondere vor uns liegenden Probleme lösen können.“

zit. n. DABEI-Handbuch, 1987, S. 459
 

Hans Sauer veröffentliche 1987 das „DABEI-Handbuch für Erfinder und Unternehmer“, mit dem er zusammen mit einer großen Zahl (größtenteils befreundeter) Erfinder, Unternehmer, Experten und Wissenschaftler ein Praxishandbuch zur Umsetzungen von Innovation erarbeitet hatte, das sich mit der erfolgreichen Umsetzung von (v.a. technischen) Erfindungen in marktfähige Produkte befasst. Dieses Handbuch kann als die Geburtsstunde von relaio verstanden werden. Auch heute widmet sich die Online-Plattform in vielen Bereichen der Entwicklung von Ideen bis hin zu Produkten. Das DABEI-Handbuch von Hans Sauer war aber in erster Linie für Erfindungen aller Art entwickelt worden – das Thema der Nachhaltigkeit oder der sozialen Innovation spielte hierbei noch keine Rolle.

Auf diesen beiden Publikationen von Hans Sauer baut die Idee zu relaio auf.

Der Stifter beschäftigte sich in den 1990er Jahre vermehrt mit dem Thema der erfinderischen Kreativität und deren Beitrag für eine funktionierende „Ko-Evolution“ von Mensch und Natur. Seine Tochter Monika Sachtleben veröffentlichte 1999, drei Jahre nach dem Tod des Stifters, zu diesem Thema das Buch „Kooperation mit der Evolution“. Diese Veröffentlichung lieferte im übertragenen Sinn die Wertedimension, die die Stiftungsarbeit heute kennzeichnet.

Im Jahr 2004 wurde dann eine Stiftungsprofessur an der Humboldt-Universität in Berlin geschaffen (Hans-Sauer-Professur für Metropolen- und Innovationsforschung) und entschieden, das „DABEI-Handbuch“ in Form einer Online-Hilfe wiederaufleben zu lassen bzw. zu erneuern. So entstand 2009 eine erste Version, die sich noch stark am Aufbau des ursprünglichen Handbuchs orientierte. Zeitweise wurde das Projekt dann am LMU Entrepreneurship Center in München weiter bearbeitet – hier wurde vor allem der aktuelle Wissensstand rund um das Thema nachhaltig Wirtschaften erarbeitet.

Die relaio-Handbibliothek im Büro der Hans Sauer Stiftung.

Seit dem Jahr 2012 hat dann die Hans Sauer Stiftung das Projekt in die eigene Bearbeitung übernommen und Anna Várnai hat ein umfassendes Konzept für eine Onlineplattform erarbeitet. Hier liefen dann alle Entwicklungslinien zusammen: die beiden Publikationen des Stifters, der aktuelle Fokus der Stiftung auf Herausforderungen wie Nachhaltigkeit, Megatrends und Innovationen, die Wissenssammlung der LMU München u.a.m. Zudem wurde die Ideengarage, ein Stiftungsprojekt, das als Vernetzungsplattform für nachhaltigkeitsorientierte StartUps funktionierte, von Benjamin Zilker in das Konzept von relaio integriert und ist zur heutigen Rubrik „people“ geworden.  All das wurde dann seit 2014 zu dem, was es heute ist: relaio – die Plattform für nachhaltiges Unternehmertum. 

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