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Ein Sozialunternehmen gründen

Mit Motivation und einer Vision im Rücken ein Geschäftsmodell aufsetzen, die Finanzierung planen und eine Rechtsform auswählen.

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Überblick

Das Konzept des Sozialunternehmens, auch bekannt unter Social Enterprise, stellt die Frage nach dem Sozialen Zweck eines Unternehmens. Ihr Ziel ist es, zu der Lösung eines gesellschaftlichen Problems beizutragen und soziale oder ökologisch nachhaltige Veränderungen anzuregen. Sozialunternehmer versuchen dabei, dem Problem mit innovativen unternehmerischen Methoden zu begegnen.

Zu den Sozialunternehmen kann man sowohl Non-Profit-Organisationen, wie z.B. spendenfinanzierte Vereine, als auch Profit-Organisationen, die ihren Gewinn an Anteilseigner ausschütten, zählen. Oftmals wird dabei von For Purpose-Organisationen gesprochen: Unternehmen mit einem gemeinwohlorientierten Ziel.

Wie kann ein Sozialunternehmen gegründet werden und welche Schritte sind dafür ausschlaggebend?

  • Die Motivation des Gründerteams: Warum wollen wir etwas ändern?
  • Die Vision des Projekts: Wie soll die Zukunft aussehen?
  • Die Mission des Unternehmens: Wie wird das Ziel erreicht?
  • Das Geschäftsmodell: Grundlage der Geschäftstätigkeit
  • Finanzierungsplanung und Finanzierungsmöglichkeiten: Überlebensgrundlage einer Unternehmung
  • Rechtsform: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen zur Umsetzung der Ziele?

Eigene Motivation, Vision und Mission zur Gründung eines Sozialunternehmens

Ausschlaggebend zur Gründung eines Sozialunternehmens ist die zugrundeliegende Motivation des Social Entrepreneurs. Auf gesellschaftliche Strukturen einzuwirken ist mit viel Ausdauer und Idealismus verbunden. Um diese Ausdauer aufzubringen sollte sich ein Gründer genau im Klaren darüber sein, was ihn zur Gründung eines Sozialunternehmens motiviert.

Eng verknüpft mit der Frage nach der Motivation ist zudem die Frage nach der Vision. Wie stellt sich das Gründerteam die Zukunft vor? Welche Missstände sollen mit der eigenen Unternehmung verbessert werden und wie soll dieser Teil der Welt aussehen, wenn die Unternehmung erfolgreich wird? Der Weg, der einschlagen werden soll, d.h. der Auftrag, den sich das Gründungsteam gibt, ist die Mission.

Geschäftsmodell

Die formale Version der Mission und des genauen unternehmerischen Vorhabens erfolgt in einem Businessplan. Dieser ermöglicht es, den Auftrag und das Vorhaben des Gründungsteams in verschiedene Arbeitspakete, sogenannte Milestones, einzuteilen. Das Team kann selber entscheiden, ob es einen astrein verfassten Businessplan haben möchte, oder ob ein mit Post-It’s bespickter Business Model Canvas ausreicht. Unumgänglich ist jedoch ein fertiges Geschäftsmodell. Hieraus leiten sich weitere wichtige Inhalte ab, die für die Gründung eines Sozialunternehmens entscheidend sind.  

Finanzplanung  und Finanzierungsmöglichkeiten

Ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells ist die Finanzierung. Da diese ebenfalls eine große Rolle für die Wahl der Rechtsform spielt, wird hier ein kurzer Überblick angeführt. 

Eine Finanzplanung ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Finanzierung. Sie sollte deshalb so früh wie möglich in die Geschäftsplanung integriert werden. Die Finanzplanung sollte vor allem den Finanzbedarf abschätzen. Dieser umfasst Gründungskosten (z.B. Rechtsanwälte), laufende Kosten (z.B. Personal, Betrieb, Rohstoffe), und einmaligen Kosten (Investitionen). Vergessen wird hier oft der eigene Lohn. Für eine erfolgreiche Gründung braucht jeder Mitgründer eine Einnahmequelle – oder große Reserven. Gleichzeitig werden hierbei die Einnahmen für mehrere Szenarien abgeschätzt. Wer mit Zahlen bis jetzt auf Kriegsfuß stand braucht entweder dringend Unterstützung im Team, oder muss sich durch Bücherwälzen weiterbilden – Zahlen sind unabdinglich für eine erfolgreiche Gründung. Nur wer seinen Bedarf kennt, kann sich nach geeigneten Finanzierungsformen umsehen.

Das Einbringen von Eigenkapital ist vor allem in der Ideenphase oft unumgänglich – auch wenn keine allzu großen Ausgaben anstehen. Denn für die ersten Flyer, die erste Homepage, vielleicht sogar den ersten Arbeitsplatz müssen Gründer meist in die eigene Tasche greifen. Auch später wird das Eigenkapital wieder relevant: dann wenn Investoren von der Ernsthaftigkeit der eigenen Unternehmung überzeugt werden sollen. Wer selbst investiert  signalisiert Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit — und findet dadurch schneller Fremdinvestoren. Da man immer mit mindestens der Hälfte des eingebrachten Eigenkapitals haftet, gibt bereits investiertes Eigenkapital den Investoren die Sicherheit, dass die Gründer auch wirklich hinter ihrer Sache stehen.

Spenden haben den großen Vorteil, dass sie vom Unternehmen nicht zurückgezahlt werden müssen. Ein großer Nachteil ist jedoch, dass Spenden einen konstanten und großen Aufwand an Zeit und PR erfordern. Als alleiniger Geldhahn für Neugründungen sind Spenden ungeeignet – mit zwei Ausnahmen: In der Familie gibt es reiche, wohlgesonnene Verwandte; oder einer der Gründer ist prominent und medial gut vertreten. Um eine Spendenbescheinigung ausstellen zu können, braucht es einen gemeinnützigen Status.

Förderungen gibt es in vielen Formen und Umfängen, von öffentlicher Hand, Stiftungen oder Unternehmen. Manche Förderungen bestehen aus einmaligen Hilfestellungen, andere begleiten die Gründungsidee über einen festen Zeitraum. Ihr Zweck ist es, Projekte und Ideen zu fördern und zu unterstützen, nicht den Finanzbedarf zu decken. Trotzdem ist diese Form der Finanzierung für ein Startup oft interessant, vor allem in der Frühphase und als Teilfinanzierung.

Auch Stipendien müssen normalerweise nicht zurückgezahlt werden. Diese sind jedoch häufig zeitlich begrenzt und zweckgebunden. Wer ein EXIST-Stipendium ergattert oder Ashoka-Fellow wird, kann sich ganz seinem Kerngeschäft widmen. Streng genommen handelt es sich dabei trotzdem nicht um die bekannte Form der Finanzierungen, denn oftmals wird bei Stipendien zwar der Unterhalt der Gründer oder Sachdienstleistungen bezahlt, nicht aber der Finanzbedarf des Unternehmens.

Beteiligungen von Investoren müssen häufig nicht zurückgezahlt werden, allerdings gehen Anteile des Unternehmens und damit auch zukünftige Gewinne und Abstimmungsrechte in die Hände von Investoren über. Bis ein Investor mit einer Beteiligung in ein Unternehmen einsteigt vergehen in der Regel viele Gespräche und normalerweise auch einige Monate.

Darlehen bzw. Kredite müssen zurückgezahlt werden, meistens an Banken. Es gibt natürlich auch Privatdarlehen. Sich Geld zu leihen macht jedoch nur dann Sinn, wenn das erwartete wirtschaftliche Wachstum höher ist als die zu zahlenden Zinsen. Fremdkapital muss nicht notwendigerweise ein Darlehen sein, andersherum ist ein Darlehen auf jeden Fall Fremdkapital.

Mezzaninkapital ist eine Finanzierungsform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Eine Rückzahlung erfolgt bei einem Bankrott vorrangig an alle anderen Schuldner, abgesehen vom Eigenkapital, das nachrangig ist. Die Kosten bzw. Zinsen sind damit aufgrund des größeren Ausfallrisikos höher als für normale Darlehen. Gleichzeitig bietet Mezzaninkapital mehr Flexibilität in den Konditionen und wird vergeben, wenn andere Darlehensrahmen schon ausgereizt sind.

Crowdfunding müsste eigentlich Crowdfinancing genannt werden. Hierbei wird über eine Online-Plattform Geld gesammelt. Ein Unterstützer erhält dabei in der Regel eine Sachdienstleistung, die je nach Höhe der Unterstützung variiert – von Stickern über Produktprototypen bis hin zu Entscheidungsrechten. Letzteres wird Crowdinvesting genannt und wäre das eigentliche, demokratische „Gründen im Schwarm“. Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Plattformen — eine Auflistung findet ihr in dem Artikel Crowdfunding. Erfolgreich im Crowdfunding sind häufig Projekte, die schon recht fortgeschritten sind, die vorzeigbare Prototypen haben und die eine sorgfältig geplante Kampagne mitbringen.

Ausführlichere Informationen zu den Finanzierungsmöglichkeiten findet ihr in einem Beitrag im Social Start Up Blog.

Manche Unternehmen werden von Einzelpersonen gegründet, manche im Team. Bei der Gründung sollte eines feststehen: Wer macht was, wer hat welche Entscheidungsrechte, und wie wollen wir wachsen?

Rechtsformen

Die Rechtsform ist der letzte Schritt der Gründung und eine Entscheidung, die getroffen werden sollte, nachdem alle anderen Entscheidungen beschlossen sind. Die wichtigste Regel dabei lautet: Form follows function. Wer die Funktion einer Organisation klar vor Augen hat, kann daraus die Rechtsform ableiten. Den richtigen Zeitpunkt dafür abzupassen ist nicht einfach: Wer sich zu früh für eine Rechtsform entscheidet, läuft Gefahr sich in seinem zukünftigen Handeln einzuschränken; wer damit lange wartet, verpasst eventuell wichtige Chancen. Zu dem Zeitpunkt, an dem viel Geld, Risiken oder rechtliche Verpflichtungen aufgenommen werden, sollte spätestens eine Rechtsform bestehen.

Mit der Idee des Social Business wird häufig die Gemeinnützigkeit in Verbindung gebracht, unter der man laut §52 der Abgabenordnung folgendes versteht: „Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.“ Genossenschaften, Vereine und Stiftungen handeln oft unter dem gemeinnützigen Status. Zudem gibt es haftungsbeschränkte gUGs, gGmbHs und seltener gAGs. Vorteil dieser ist, dass ein klarer, rechtlich festgehaltener gemeinnütziger Zweck besteht. Dieser kann beim Außenauftritt sehr entscheidend sein. Zudem sind Steuerbegünstigungen sowie die Möglichkeit Spendenbescheinigungen zu vergeben als Vorteile der Gemeinnützigkeitsformen zu nennen.

Mit der Gemeinnützigkeit gehen aber auch Einschränkungen einher: Es entsteht ein hoher Verwaltungsaufwand, sowohl beim Erstantrag, als auch bei der regelmäßigen Überprüfung der Gemeinnützigkeit. Gleichzeitig ist es nicht möglich, Gewinne abseits des in der Satzung bzw. dem Gesellschaftsvertrag festgehaltenen Ziels auszuschütten, was eine Profitorientierung ausschließt. Eine Finanzierung über nicht-gemeinnützige Investoren wird dadurch schwierig bis unmöglich.

Die Frage nach der Gemeinnützigkeit ist nicht die gleiche wie die nach der Profit- oder Non-Profit-Ausrichtung. Eine gemeinnützige Organisation kann keinen finanziellen Profit generieren. Spezifischen Anforderungen an die Funktion einer For-Purpose-Organisation kann eine Kombination mehrerer Rechtsformen gerecht werden. Die Verknüpfung einer gemeinnützigen Stiftung mit einer GmbH kann zum Beispiel der Stiftung ermöglichen, einen sozialen Zweck nach Satzungsvorschrift zu verfolgen, Spenden anzuwerben und an bestimmten Förderprogramme teilzunehmen, während die GmbH im Hintergrund die Hauptfinanzierung erwirtschaftet und für Investoren durch Gewinnbeteiligungen interessant wird. Zusätzlich könnte die Stiftung einen Förderverein ins Leben rufen, der eine Mitbestimmung der Mitglieder ermöglicht und Mitgliederbeiträge erhebt. In welchem Verhältnis die Einzelorganisationen der Rechtsformkonstruktion zueinander stehen, kann dabei vertraglich festgehalten werden.

Je komplexer eine Organisation aufgestellt wird, desto höher der zeitliche und finanzielle Aufwand. Buchführungen müssen doppelt erstellt werden, Notare bezahlt werden und so weiter. Die zweite Faustregel für Rechtsformen lautet daher: Keep it simple. Trotzdem kommt man schnell bei juristischen Feinheiten an, bei denen eine Beratung durch Experten unumgänglich wird. Viele Anwälte bieten dafür eine kostenlose Erstberatung an.

Quellen
 

 

Wer ein Sozialunternehmen gründen will, steht nicht alleine da. Das Thema hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit erhalten, dass sich Netzwerke von Gleichgesinnten und Unterstützern gebildet haben (siehe dazu die Artikel zu Ökosystem Social Entrepreneurship und Stakeholder analysieren. Bei Fragen und Problemen kann sich ein Gründer an folgende Leute wenden:

  • Bekanntenkreis. Wer gründet, kommt selten darum herum, sein persönliches Umfeld auf die eine oder andere Weise mit einzubinden. Das kann vom Feedback zu Ideen, über Ermutigungen, bis hin zu Darlehen reichen.
  • Andere Social Enterpreneurs. Zwar gibt es Informationen, auch unter Social Enterpreneurs, die nicht gerne geteilt werden, z.B. konkrete Kooperationsbedingungen oder sensible Kontakte, aber abgesehen davon findet ein Gründer bei seinen Mitstreitern oft ein offenes Ohr und hohes Interesse. Den meisten geht es um den gemeinsam zu erreichenden Impact, und nicht um das Gewinnen eines Wettstreites. Wer davon weiß, dass andere an einer ähnlichen Lösung für ein Problem schmieden, tut gut daran, Kontakt aufzunehmen.
  • Coworking Spaces und Social Hubs sind der richtige Platz um schnell Gleichgesinnte und Sachverständige zu finden. Hier stattfindende Events helfen den Sozialunternehmern dabei, die eigene Idee in Form von Pitches zu präsentieren und sich Feedback geben zu lassen. Auch das Netzwerken spielt innerhalb der Idee und Gründung eine zentrale Rolle. Wer dort zum Netzwerken aufkreuzt, sollte allerdings daran denken: Je mehr Spaß man dabei hat, desto mehr Spaß haben auch andere. Ich-werde-alles-besser-machen-Rhetorik wirkt auf andere schnell abschreckend.
  • Online-Plattformen. Im Netz finden sich Szenen und Experten zusammen, die sonst kaum auffindbar wären. Foren, Blogs und Google-Suchen sind oft auch bei speziellen Fragen nützlich.
  • Gründerberatungen für Sozialunternehmer. Oft sind diese im universitären Bereich angesiedelt und der Zugang ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Manche sind auch kommerziell. Auch hier werden meistens Events angeboten, bei denen man schnell Leute kennenlernt und herausfindet, wie man an eine Gründungsberatung kommen kann.
  • Stiftungen. Jede Stiftung tickt anders. Wer sich initiativ an eine Stiftung wendet, sollte bereits in Erfahrung gebracht haben, welche thematischen Schwerpunkte die Stiftung hat, wie sie arbeitet (fördernd oder operativ) und eine Idee davon haben, was man sich von ihr erhofft. Die meisten Stiftungen beschrieben in ihrem Internetauftritt die für eine Förderung relevanten Bedingungen (z.B. die Hans Sauer Stiftung).
  • Wettbewerbe. Es gibt viele Akteure, die Wettbewerbe organisieren und somit Start-Ups und Ideen fördern: Stiftungen, CSR-Abteilungen, Universitäten, Regierungsbehörden und viele mehr. Manche dieser öffentlich angebotenen Wettbewerbe belohnen innovative Ideen und Geschäftsmodelle, andere einen bereits erfolgten Markteintritt. Oftmals wird eine ideelle Förderung und Prestige als Gewinn angeboten, oder auch eine  finanzielle Unterstützung und Förderung. Die Wettbewerbe unterscheiden sich zudem in ihrer Wettbewerberbreite. Einige konzentrieren sich auf die regionale Ebene, bei denen wenige Bewerber zu erwarten sind und somit die Chancen höher stehen. Andere Wettbewerbe finden in einem größeren Rahmen statt. Die Gefahr bei diesen unterzugehen ist groß. Wettbewerbe tun zwar nicht weh und selbst bei Ablehnung kann man wertvolles Feedback oder hilfreiche Kontakte mit nach Hause nehmen. Es lohnt sich jedoch trotzdem, ganz genau auszuwählen und zu selektieren, wofür man den hohen Aufwand einer Bewerbung in Kauf nimmt.

Nützliche Links und Infos

Verein, gGmbH, gAG – in einem kurzen Artikel über wichtige Rechtsformen trägt Frank Weller allerlei wichtige Informationen zusammen, die es über Non-Profit-Rechtsformen zu wissen gibt.

Wer als Einzelgründer etwas bewegen will, findet in dem kurzen Artikel „Einzelunternehmen gründen: Rechtsformen für Solo-Gründer“ von fuer-gründer.de Rat.

Das Social Impact Lab ist in Hamburg, Frankfurt, und Berlin vertreten. Das Lab ist Community, Event-Veranstalter und Coworking-Space zugleich. Für Gründer finden dort in aller Regelmäßigkeit Informationsveranstaltungen statt. 

Die Social Entrepreneurship Akademie in München lädt angehende Gründer zu einer kostenlosen Erstberatung ein. Darüber hinaus ist die SEA Mitveranstalter einer Vielzahl von Events, die für Social Entrepreneure Wissen, Kontakte und Anregungen bieten. 

Die Leuphana-Universität in Lüneburg bietet kostenlose Erstberatungen für Gründer an. Mit an die Universität ist das Social Change Hub, auch SCHub genannt, wo Social Entrepreneure ebenfalls Beratung, Austausch und Netzwerk finden können. 

Der Gründerservice der Wirtschaftskammer Österreich hat eine umfangreiche Onlineressource erstellt, die Informationen zu Rechtlichem, Amtlichem und Unternehmerischem bereithält. Es werden auch Workshops und individuelle Beratungen angeboten. Wer in Österreich gründen will, mit sozialem Fokus oder ohne, der sollte einen Blick auf die Webseite des Gründungsservices der Wirtschaftsjahre Österreich werfen.

Die Bookbridge Foundation wurde 2010 gegründet. Im Jahr zuvor hatte Bookbridge-Gründer Carsten Rübsaamen mit einer Gruppe Pfadfinder auf einer Reise durch die Mongolei festgestellt, wie wenige Schulbücher den mongolischen Schülern zu Verfügung stehen. Da sie daran etwas ändern wollten, riefen die Pfadfinder in großem Stil zur Unterstützung auf. Und das sehr erfolgreich: Aus einer groß angelegten Spendenaktion, bei der eine komplette Bibliothek in der Mongolei aufgebaut wurde, entstand ein Jahr später eine Stiftung. Bis Anfang 2014 wurden von dieser elf Lernzentren in der Mongolei und in Kambodscha aufgebaut, die sich finanziell selbst tragen. Mit dem Ziel auch das in Europa sitzende Team unabhängig von Spenden zu machen, wurde gleichzeitig eine GmbH gegründet. Diese organisiert Führungskräftetrainings, in denen Führungskräfte aus internationalen Unternehmen während des Aufbaus von neuen Lernzentren miteingebunden und geschult werden. Nicht nur das Kerngeschäft der beiden Schwesterorganisationen greift nahtlos ineinander, auch deren Rechtsformen. Kurz nach Gründung gingen alle Anteile der GmbH in den Besitz der Stiftung über, so dass die in der GmbH erwirtschafteten Gewinne problemlos in die Stiftung zurückfließen können. Neben einem sehr ausführlichen Wirkungsbericht stellt die Bookbridge Foundation auf ihrer Webseite sogar die Gründungsdokumente von Stiftung und GmbH zur Verfügung – falls jemand nachlesen will, wie ein fertiger Gesellschaftsvertrag aussehen kann.

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