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piqd – handverlesene Onlinemedien

piqd möchte einen Gegenentwurf zur Reichweiten-optimierten Online Berichterstattung liefern, indem ausgewiesene Experten Artikel empfehlen.

JournalismusGesellschaft München

piqd Logo

piqd ist eine Plattform für Online-Journalismus, auf der die Artikel von ausgewiesenen Experten empfohlen werden. Die Macher möchten damit einen Gegenentwurf zur Reichweiten-optimierten Berichterstattung im Internet liefern.

piqd

Konrad Schwingenstein, Marcus von Jordan

Marcus von Jordan

GmbH

2015

Widenmayerstraße 38
80538 München
Bayern , Deutschland

kontakt@piqd.de

Bio statt Fast-Food. Handverlesen statt Massenware. Kritische Reflexion statt gedankenloser Konsum – die Rede ist keineswegs von gesunder Ernährung. Von Experten empfohlen statt vom Algorithmus vorgesetzt. Es geht um Medien, um genau zu sein: unserem Umgang mit Online Berichterstattung. piqd statt Informationsflut.

Internet und Smartphone haben unseren Zugang zu Informationen radikal verändert. Früher dauerte es Tage oder Wochen, bis eine Nachricht um den Erdball wanderte und den Zeitungsleser am Frühstückstisch erreichte. Heute vergehen nur ein paar Augenblicke zwischen einem Ereignis und dem Aufpoppen der ersten Push-Message auf unserem Handy. Das Internet hat Menschen auf der ganzen Welt die Möglichkeit gegeben, sich zu jeder Zeit Informationen und Nachrichten zu einem beliebigen Thema zu besorgen und dadurch einen bestehenden Markt umgewälzt. Etablierte Medienkonzerne und neue Akteure liefern sich einen Wettlauf auf diesem Markt, in dem generierter Traffic und erzielte Reichweite die neue Währung geworden sind. Bestehende Konventionen des Journalismus wurden überworfen und Schlagwörter wie „Fake News“ und „Lügenpresse“ prägen die Debatte um unsere Informationskultur. Von Nachrichten-Apps prasseln Eilmeldungen auf uns ein und in den sozialen Netzwerken werden wir von Artikeln überschwemmt, die polarisieren und emotionalisieren sollen – oder uns die eigentliche Information zunächst vorenthalten, um Neugier zu wecken.

piqd Geschäftsführer Marcus von Jordan

Die Macher von piqd sehen in unserem Umgang mit Informationen aus dem Web ein soziales Problem, zu deren Lösung sie beitragen möchten. Sie möchten dem Nutzer Artikel präsentieren, die lesenswert sind. Eine Programmzeitung, die nicht auf Reichweite und Traffic ausgerichtet ist und danach ihre Inhalte kuratiert, sondern Journalismus mit relevanten Inhalten bietet. Ein Gegenentwurf also zu den aktuellen Entwicklungen in der Online Berichterstattung. Geschäftsführer Marcus von Jordan zieht den Vergleich mit Bio-Lebensmitteln: „Du bist, was du isst, genauso wie du bist, was du liest.“ Dafür werden Artikel aus der Masse heraus handverlesen, oder eben „gepiqd“. Die Aufgabe des „Rosinenpickens“ übernehmen Experten. piqd greift dafür auf einen Pool von mittlerweile über 100 KuratorInnen, genannt „piqer“, zurück. Diese Experten wählen in ihren Augen relevante Online-Artikel aus, kommentieren diese in einer kurzen Zusammenfassung und ordnen sie einem bestimmten Kanal zu. Die Kanäle decken Themen von „Volk und Wirtschaft“ bis hin zu „Kopf und Körper“ ab. Kuratoren und Kanäle werden von der piqd-Redaktion bestimmt, aber in ihrer Arbeit sind die piqer unabhängig. Pro piq erhalten die piqer 50 Euro, maximal aber 300 Euro pro Monat. Einige machen aber auch unentgeltlich mehr oder verzichten komplett auf Bezahlung – aus Überzeugung. Gemeinsam ist allen, dass sie der piqd-Redaktion gegenüber Sachverstand und einem breit gefächerten digitalen Medienkonsum vorweisen müssen, bevor sie für piqd empfehlen dürfen.

Gegründet wurde piqd von Konrad Schwingenstein und Marcus von Jordan. Die Verbindung zum Journalismus liegt bei Konrad Schwingenstein sozusagen in der Familie – er ist Enkel des Mitgründers der Süddeutschen Zeitung August Schwingenstein und Erbe eines Teils von dessen Unternehmensanteilen. 2010 kehrte er aber den bestehenden Strukturen der Medienwelt den Rücken und verkaufte zusammen mit anderen Erben seine Anteile. Seitdem fördert er mit der August Schwingenstein Stiftung Projekte, von denen er hofft, dass sie dabei helfen neue Strukturen für den Journalismus mitzugestalten. Im Moment ist das Geschäftsmodell von piqd nicht auf das Erzielen von Gewinnen ausgelegt. Den vollen Umfang von piqd, einschließlich der Kommentarfunktion und des Diskussionsforum, kann man zwar nur gegen einen Monatsbeitrag von aktuell 3 Euro nutzen. Das dient aber laut dem Geschäftsführer vor allem dazu, Störer und Trolle abzuschrecken und so die Qualität der Plattform zu sichern. Getragen wird der Großteil der Kosten aber noch von Investor Schwingenstein. Diese Finanzierung erlaubt es Marcus von Jordan, sich der Dynamik um Traffic und Reichweite zu entziehen – vorerst. Denn damit sich der journalistische Gegenentwurf etablieren kann, muss er natürlich auch die Leser erreichen. Und auch die müssen das, was Ihnen vom Experten empfohlen wird, als lesenswert empfinden. In Fachkreisen jedenfalls hat das Konzept überzeugt – piqd ist nominiert für den Online Grimme Award 2017.

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