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Dialog macht Schule

Dialog macht Schule – für mehr Partizipation in der schulischen Praxis

Vasiliki Mitropoulou Barbara Lersch

Startup BildungSchwerpunktSchule Berlin

Dialog macht Schule gGmbH Logo

Dialog macht Schule setzt sich für eine Demokratie ein, in der alle gesellschaftlichen Gruppen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, die Gesellschaft und Politik mitgestalten können. Diesem Selbstverständnis folgend, wollen wir Schulen dabei unterstützen.

Dialog macht Schule gGmbH

Siamak Ahmadi & Hassan Asfour

info@dialogmachtschule.de

gGmbH

Prinzenallee 22
13359 Berlin
Berlin, Deutschland

info@dialogmachtschule.de

Die Anschläge auf Charlie Hebdo, der Putschversuch in der Türkei, der Amoklauf in einem Münchner Einkaufszentrum: All das sind Geschehnisse, die Teil unseres Alltags sind. Jedoch fällt es Kindern und Jugendlichen oft nicht leicht, die Hintergründe zu verstehen oder gar kritisch zu reflektieren. Auch in der Schule kommen diese Themen meistens zu kurz. Oft fehlen während des Unterrichts die Zeit oder der Wille, um politische Diskussionen anzufangen.

Die von Dialog macht Schule ausgebildeten Dialogmoderatoren sind deshalb in vielen Berliner Schulen unterwegs und diskutieren mit Schülern über politische Fragen, die wohl ansonsten unbeantwortet blieben. So wollen sie den politischen Diskurs eröffnen und eine Plattform bieten, um über gesellschaftliche Themen zu debattieren.

Dialog macht Schule wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. 

Die Bundeszentrale für Politische Bildung und die Robert Bosch Stiftung starteten 2011 das Modelprojekt „Jugend, Religion, Demokratie – Politische Bildung mit Jugendlichen in der Einwanderungsgesellschaft“ — Siamak Ahmadi und Hassan Asfour waren von Anfang an dabei. Sie erkannten, dass es nicht ausreicht, Themen wie gesellschaftliche Partizipation oder Inklusion von Minderheiten nur nebenbei zu behandeln.

Schließlich soll Schule Kinder und Jugendliche dazu befähigen, mündige Bürger zu werden und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Außerdem teilten die beiden ein großes Interesse für gesellschaftliche und politische Themen und verspürten den Drang, immer mehr zu erfahren, um dann selbst gestalterisch tätig zu werden. So gründeten sie aus dem Modelprojekt das Startup Dialog macht Schule. Mittlerweile wird das Sozialunternehmen auch vom Bundesfamilienministerium durch das Programm "Demokratie leben" gefördert.

Dialog macht Schule bildet sogenannte Dialogmoderatoren und Dialogmoderatorinnen aus, die mit den Schülern über zwei Jahre lang, wöchentlich im Regelunterricht, ins Gespräch kommen. Bevor sie aber in die Schulklassen geschickt werden, machen die Studierenden oder politisch interessierten jungen Erwachsenen eine Grundausbildung.

Das Dialog macht Schule Team in ihrem Berliner Büro.

Dort lernen sie Basiskonzepte wie aktives Zuhören, Themenanalyse und -aufbereitung kennen, aber auch allgemeine Techniken zur Arbeitsweise mit Jugendlichen. Danach besuchen sie jeweils zu zweit Schülergruppen von ungefähr 15 Jugendlichen für zwei Schulstunden pro Woche. Ausgehend von den Erfahrungen, Ängsten, Gedanken und Hoffnungen der Schüler entstehen Gespräche innerhalb eines geschützten Raums: „Die Kids treiben oft Fragen um, die man nicht unbedingt mit Lehrern besprechen möchte“, sagt Siamak im Interview. Dabei gehe es nicht nur um aktuelle politische Ereignisse, sondern auch um Themen wie den Traummann oder die Traumfrau, Nachhaltigkeit oder Sportereignisse.

Die steigende Nachfrage bestätigt das junge Team in ihrem Tun: Mittlerweile hat das Sozialunternehmen schon mehr als 200 Dialogmoderatoren ausgebildet. Bundesweit besuchen sie 30 Schulen und erreichen insgesamt 2000 Schülerinnen und Schüler. „Das Besondere an unserem Angebot ist, dass wir keine Eintagsfliege sind. Durch Regelunterricht in einem Zeitraum von zwei Jahren schaffen wir es, eine Beziehung zu unseren Schülern aufzubauen“, sagt Hassan. Und genauso vielfältig und bunt wie die Schülerschaft und die Gespräche ist auch das achtköpfige Team in der Berliner Bundesgeschäftsstelle, von wo aus das soziale Startup koordiniert wird.

In der Zentrale des jungen Sozialunternehmens steht gerade besonders eine politische Frage auf der Tagesordnung: Wie kann man Dialog macht Schule flächendeckend im gesamten Bundesgebiet etablieren? Weil unser Bildungssystem föderalistisch aufgebaut ist, entscheidet jedes Bundesland individuell über seine Bildungspolitik. Deshalb ist es schwierig, konkrete Finanzierungs- und Umsetzungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Ländern zu finden, um Dialog macht Schule dort einzuführen. Doch es gibt bereits viele Anfragen aus verschiedenen Städten – die Gründer suchen bereits nach einer Lösung und sind mit einigen Politikern im Dialog.
 

 

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