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Cucula im Interview

Corinna und Sebastian berichten über die Gründung von Cucula, die Zusammenarbeit in einem spannendem Team und welche Rolle der Designer Enzo Mari dabei spielt.

Andrea Freier, Vasiliki Mitropoulou David Freudenthal

Startup BildungCo-workingDesign Berlin

Für die Eröffnung ihres Pop-up Stores auf der Maximilianstraße sind Corinna und Sebastian extra aus Berlin angereist. Wir haben die Chance genutzt, um uns mit ihnen über ihr Projekt Cucula zu unterhalten. Mit dabei auch Ali, einer der fünf Teilnehmer des Projekts, der uns erzählte wie es um seinen Aufenthaltsstatus steht und was er sich für seine Zukunft wünscht. Als vor zwei Jahren der Grundstein des Vereins Cucula gelegt wurde, war es um die derzeit heiß debattierte Flüchtlingsthematik noch ruhiger. Doch mit Hilfe der Pläne des Designers Enzo Mari erarbeiteten die Gründer von Cucula bereits damals ein Konzept, dass den Geflüchteten zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in einem neuen Land verhilft und sie gleichzeitig stilistisch ansprechende Produkte herstellen lässt. In unserem Interview erfahrt ihr, wie genau dieses Konzept funktioniert und wie dieses zur Integration der Flüchtlinge beiträgt.

Was ist die Mission von Cucula?

Corinna: Wir möchten Geflüchteten die Möglichkeit geben ihren Lebensunterhalt selber zu verdienen und sich dadurch Perspektiven in unserem Land zu schaffen. Unser Verein Cucula bietet dafür das passende Fundament.

Wie kam es zum Beginn von Cucula?

Die Schlesische 27 ist eine Bildungsstätte in Berlin für interkulturelles Lernen und Handeln. Realisiert wurde dieses Projekt durch den Einsatz des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie und dem Förderverein der Berliner Wirtschaft. Die Adresse diente als Namensgeber.

Sebastian: Angefangen hat alles als Jutta und Barbara zehn Flüchtlinge in der Schlesischen 27  aufgenommen haben. In Workshops haben wir dann begonnen mit fünf Jungs zu arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte ich mich mit den Bauplänen von Enzo Mari und so haben wir angefangen gemeinschaftlich Möbel zu bauen.

Als klar wurde, dass die Jungs Möbel zum Einrichten ihrer Zimmer brauchten, dafür aber kein Geld vorhanden war, entstand die Idee, die Möbel selbst zu bauen. Zum Einen wollten wir etwas Gemeinsames erschaffen und uns körperlich betätigen, zum Anderen etwas bauen, was auch wirklich gebraucht wird. Nach drei Wochen hatten wir nicht nur viele Möbel gebaut, sondern gemeinsam etwas erlebt. Es kam ein wahnsinniges Erfolgsgefühl auf, da wir es geschafft hatte gemeinsam - über die sprachlichen Barrieren hinaus - etwas zu kreieren.

Nachdem die Jungs durch ihren unsicheren Aufenthaltsstatus nicht wissen, was die Zukunft bringt, wurde schnell klar, dass die Möbel über kurz oder lang nicht weiterhelfen. Was sie dringender brauchten als Möbel war ein Job. Daraufhin entstand die Idee, ein Unternehmen zu gründen, die Jungs anzustellen und die produzierten Möbel zu verkaufen.

Der Kontakt mit den fünf Jungs war für uns die direkte Konfrontation mit der Flüchtlingsproblematik. Wir haben mit eigenen Augen erlebt, dass um uns Menschen sind, die geflüchtet sind, die eine schlimme Zeit hinter sich haben und jetzt wirklich arbeiten wollen, es aber nicht dürfen. Dort anzusetzen und eine Lösung zu konzipieren war für uns die Grundmotivation dieses Projekt zu starten - einer kleinen Bewegung Lauf zu geben, um aktiv in der Gesellschaft etwas zu verändern. In unserem Fall sollte das eine Veränderung für diese fünf Personen sein. Das Ganze ist aber gleichzeitig ein Pilotprojekt das zeigt, wie das Zusammenleben auch funktionieren kann. Daraus sollen neue Perspektiven entstehen, wie man konkret etwas verändern kann.

Sebastian Däschle von Cucula

Corinna: Oftmals ist es so, dass man sich zusammensetzt, einen Plan schmiedet und weiß worauf man die nächsten fünf Jahre hinarbeitet. Bei uns war das nicht der Fall. Unser Konzept hat sich nach und nach, durch die Auseinandersetzung mit den konkreten Problemen, geformt. Wir mussten schauen wie der rechtliche Rahmen indem wir uns bewegen gestaltet werden kann und welche Grenzen auszuloten sind. Nach und nach - im Kontext von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sozialem und Design - hat das Projekt Form angenommen. Cucula soll ein Programm sein, das Orientierung beim Ankommen gibt und eine Unterstützung in der neuen Situation darstellen.

Wie schaut das konkret aus?

Corinna: Die Trainees hospitieren 2,5 Tage in der Werkstatt. Gemeinschaftlich werden Möbel gebaut und eigene Gestaltungsideen umgesetzt. Das Bildungsprogramm erstreckt sich über die restlichen 2,5 Tage in der Woche. Dort lernen sie Deutsch, erhalten aber auch schulische Grundkenntnisse. Freitags findet meist eine Exkursion statt, um das Berliner Leben kennen zu lernen. Das Bildungsprogramm ist über unsere fünf Jungs hinaus auch für andere Teilnehmer geöffnet. Momentan hospitieren die Teilnehmer in unserem Bildungsprogramm. Wenn sie ein Arbeitsvisum erhalten, können die Projektteilnehmer in ein Arbeitsverhältnis übergehen.

Wie ist die Lage eurer Trainees bezüglich des Aufenthaltsstatus?

Sebastian: Ali möchtest du selber etwas dazu sagen?

Ali: Ich komme ursprünglich aus Mali und bin über Italien nach Deutschland gekommen. Im Moment habe ich noch kein gesicherten Aufenthaltsstatus. Deswegen darf ich auch nicht arbeiten. Ich will bleiben, aber das ist sehr schwierig.

Corinna: Laut der Dublin III Verordnung, müssen die Ersteinreiseländer Aufenthalt gewähren. Nachdem zur Zeit in Italien so viele Flüchtlinge ankommen, ist eine menschenwürdige Versorgung nicht mehr gewährleistet. Somit sehen sich viele gezwungen weiterzuziehen.

In den Weiterreiseländern sieht sich allerdings niemand in der Verantwortung und es folgt die Verweisung an das Ersteinreiseland. Wir glauben, dass es wichtig ist, den Arbeitsmarkt zu öffnen und den Leuten die Möglichkeit zu geben, für sich selber zu sorgen. Aktuell verändert sich die rechtliche Lage allerdings ziemlich rasant.

Ali: Wenn es mit dem Duldungsstatus klappt, darf ich weitere 3-6 Monate bleiben.

Sebastian: Damit Ali fest bei uns arbeiten darf, müssen wir die sogenannte Vorrangprüfung bestehen. Und zudem kann die Ausländerbehörde fragen, ob genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um die Löhne zu bezahlen. Diese Mittel haben wir durch unsere Crowdfunding Kampagne letztes Jahr erwirtschaftet und zurückgelegt. Zusätzlich müssen wir beweisen, dass es niemand anderen gibt, der diese Arbeit machen könnte. Wir hoffen, dass wir die Vorrangprüfung meistern um ihn anstellen zu können.

Ali und Malik von Cucula

Du hast von eurer Werkstatt gesprochen. Man konnte in den Medien verfolgen, dass es bei euch gebrannt hat. Wie ist die aktuelle Lage bezüglich eurer Werkstatt?
 

Sebastian: Im Juni ist unsere Werkstatt, die wir ein Jahr lang mit Liebe aufgebaut haben, abgebrannt. Es war ein ziemlich harter Rückschlag für uns. Die Werkstatt hat uns viel bedeutet, war unser richtiges Herzstück, da wir alles zusammen mit den Jungs aufgebaut haben. Seither sind wir bei Freunden untergekommen. Wir haben lange gesucht und haben das Glück, ab dem 1. Dezember 2015 am Paul-Linke-Ufer eine große Werkstatt zu bekommen, in der wir Büro, Werkstatt und einen kleinen Showroom unter einem Dach haben können.

Das Jahr hat für euch ziemlich erfolgreich gestartet. Eure Crowdfunding Kampagne hat euch über 123.000€ und 900 Fans gebracht. Was waren eure learnings?

Corinna: Rückblickend war das für uns genau das Richtige, das Beste, was wir in der damaligen Situation hätten machen können. Wir haben die Arbeit natürlich total unterschätzt. Es gab unterschiedliche Gründe weshalb wir uns für eine Kampagne entschieden haben. Einerseits natürlich, weil wir das Geld brauchen um die Trainees zukünftig zu beschäftigen und um bei der Ausländerbehörde entsprechend argumentieren zu können. Wir haben weit aus mehr bekommen, als wir uns erträumt haben. Andererseits haben wir das aber auch gemacht um die Aufmerksamkeit zu bekommen und den Dialog in Fachkreisen zu suchen, um Möbel zu verkaufen. Unser Ziel war es, diese demokratische Initiative sichtbar zu machen und gleichzeitig unser Geschäftsmodell zu testen. Das ist uns gelungen.

Sebastian: Es war für unser Projekt ein genialer Schachzug, weil ich mit unserem Projekt nicht einfach zur Bank gehen kann um nach Geld zu fragen. Auf einmal haben all diese Menschen es möglich gemacht, unser Projekt umzusetzen. Gleichzeitig konnten wir den Behörden beweisen, dass alles Nötige vorhanden ist, um den Jungs eine Möglichkeit zu bieten, bei uns zu arbeiten. Es gibt jetzt keinen rationalen Grund um die Jungs nicht arbeiten zu lassen. Selbst die Leute draußen möchten es und das war jedem klar, der bei der Crowdfunding Kampagne mitgemacht hat. Wenn das Geld zusammenkommt, muss das Projekt realisiert werden. Es war ein wahnsinniges Gefühl für alle die mitgemacht haben. Mit jeden 50 Euro, die dazu kamen, ist das Gefühl größer geworden, dass das Ganze wirklich realisierbar ist.

Corinna: Im Augenblick ist das Thema top aktuell, es hat sich unglaublich viel getan und eine richtige Willkommenskultur ist entstanden. Vor einem Jahr war die Situation aber noch eine ganz andere, somit war das eine super Gelegenheit, die Leute Teil haben zu lassen. Es gibt viele in unserem Freundeskreis, die gesagt haben, dass sie was machen wollen, aber keiner wusste was und wie. Auf einmal hat sich dann einem die Möglichkeit gegeben einen Stuhl zu kaufen oder bei der Kampagne ehrenamtlich zu unterstützen. Denn um diese Kampagne umzusetzen hat es enorm viel ehrenamtliche Arbeit von unserem Umfeld gebraucht. Bis heute sind wir auf die Unterstützung von Freunden und Bekannten angewiesen. Es war eine krasse Erfahrung und wir haben den Arbeitsaufwand ziemlich unterschätzt. Uns war zu Beginn nicht klar, dass alles sehr minutiös durchdacht sein muss: was will man, was kann man liefern, was ist das Versprechen und was die Botschaft.

Flagship Store in München

Durch eure Crowdfunding Kampagne konntet ihr viele Möbel verkaufen. Wie sollen eure Vertriebswege in der Zukunft sein? Könnte es langfristig einen Laden geben?

Sebastian: Wir fangen gerade an mit Händlern zu diskutieren. Wir möchten etwas Langfristiges. Bei dem der Verkauf nachhaltig und langfristig gesichert ist. Das kann ein online shop sein bis hin zu Vertriebsstrukturen mit Händlern. Wie genau das ausschaut, ob wir zum Beispiel im Möbelhaus stehen oder in einem kleinen Laden, ist für uns ein Prozess des Austestens und Diskutierens mit unseren Kooperationspartnern. Wir würden auch gerne neue Wege gehen und etwas Anderes ausprobieren - wir sind selber gespannt was sich da auftuen wird. Es ist auch in Ordnung wenn es etwas ganz Klassisches wird. Was aber feststeht ist, dass wir in unserer neuen Werkstatt einen Showroom haben werden.

Was waren bisher eure Kunden ?

Corinna: In erster Linie kaufen Privatkunden unsere Produkte. Es gibt aber Personen, die auf einer Messe auf uns aufmerksam geworden sind oder mal eine Sonderanfertigungen für Künstler oder ein Hotel. Primär sind es jedoch Privatkunden. Einerseits Personen denen die soziale Komponente wichtig ist, anderseits auch Designinteressierte, die der Umsetzung der Pläne von Enzo Mari Aufmerksamkeit schenken.  

Corinna von Cucula

Wie kamt ihr auf Enzo Mari?

Sebastian: Es hat mich schon immer begeistert, dass sich Enzo Mari mit gesellschaftlichen Zusammenhängen auseinandersetzt. Er hatte immer das große Ganze vor Augen. Oft ist Design die Produktion von etwas Neuem aber Kurzlebigem, doch bei ihm war es nicht so. Zu seiner Zeit, in den 70er Jahren, haben sich immer mehr Architekten und Designer bei Fragen der Gesellschaft eingebracht. Die Tagesordnung bestand nicht nur aus der Formung neuer Kreationen wie Stühle oder Tische. Es ging um etwas Großes. Es ging darum, globaler zu denken und die Gesellschaft gegen den Formalismus weiterzubringen. Enzo Mari wollte, dass die Menschen lernen und das unterstützte er indem er dem bisherigen Inhalt neue Bedeutung gab, denn er definierte die Rolle des Designers neu. Letztendlich hinterfragt er, ob es Aufgabe des Designers ist, nur Stühle zu entwickeln oder darum, Denkanstöße zu geben um sich neue Wege zu erschließen.

Corinna: Das Tolle ist, dass man mit einfachen Mitteln Möbeln bauen kann, man aber gleichzeitig sehr viel dabei lernt. Die utopische Art und Weise wie Enzo Mari an die Sache herangeht, ist für uns eine gute Basis um viel daraus entstehen zu lassen. Seine Pläne sind ein wunderbares Konzept nach dem wir im Augenblick arbeiten. Wir wollen es verstehen und durchdringen um mit diesem Handwerk konkret zu arbeiten. Durch seine Pläne haben sich viele Richtungen für uns eröffnet. Es hat sich uns nach und nach, mehr und mehr erschlossen, was uns am Anfang gar nicht bewusst war. Natürlich stellt sich die Frage, wie die nächsten Produkte aussehen könnten. Aber das ist im Augenblick nicht unser Kernthema.  

Was genau hat es mit den Botschafterstühlen auf sich?

Ali: In den Botschafterstühlen schreiben wir unsere Geschichte, damit sie nicht vergessen wird. Ich habe viele Freunde verloren auf der Flucht. Wir nehmen ein kleines Stück vom Boot zusammen mit Enzo Mari und bauen einen Stuhl. Viele Leute kennen die Geschichte der Flüchtlinge nicht und wissen nicht woher sie kommen. Wir bauen ein kleines Stück Holz mit ein. Das ist ein Symbol für das, was wir erlebt haben - die Flucht. Viele Flüchtlinge kommen nach Spanien oder Italien, nehmen Schiff nach Europa. Das sind zum Beispiel Stücke von Schiffen.

Corinna: Wie genau die Geschichte eingebunden wird ist nicht fest. Das ist auch für uns ein Prozess, denn es muss nicht immer mit dem Thema Flucht zusammenhängen. Wir haben in einem Workshop zum Beispiel auch ein Buch illustriert, in dem es um gemeinsame Stationen geht. Da sind wunderbare Zeichnungen entstanden. Vielleicht müssen wir uns gar nicht konkret auf das Thema Flucht beziehen, vielleicht kann man auch andere Dinge miteinfließen lassen. Erinnerungen oder vielleicht kulturelle Schätze, die sich genereller auf das Land beziehen. Das sind alles Fragen, die im Raum stehen.

Sebastian: Es gibt zwei Sachen, die wichtig sind: einerseits Enzo Mari, der große Name, die Produkte einfach selber zu machen. Das andere sind die Geschichten bis hin zur Kultur. Das sind die zwei Ebenen auf denen wir uns bewegen.

Ein Teil des Cucula Teams

War es schwer Enzo Mari zu überzeugen, euch die Rechte zu geben?

Sebastian: Nein, es war tatsächlich nicht schwer. An Heiligabend vor zwei Jahren habe ich ihm einen Brief mit meinem Anliegen geschrieben. Über Freunde und Bekannte konnten wir den Brief seinem Galeristen geben, der ihn ihm vorgelesen hat. Daraufhin haben wir relativ schnell eine positive Antwort bekommen, dass er unser Projekt toll findet. Sein Wunsch war es, dass wir seine Ideen, also das Prinzip des do-it-yourself, in die Zukunft tragen. Denn er versteht darunter auch sein Leben à la do-it-yourself anzupacken.

Wie ist die Einstellung eures Umfelds zu eurer Arbeit?

Corinna: Viele Freunde und Familienmitglieder sind involviert und unterstützen uns tatkräftig. Dennoch hat das Privatleben in letzter Zeit darunter gelitten. Wir arbeiten alle sehr viel, weil es unser Herzensprojekt ist und wir es gerne machen. Wir sind bis oben hin Cucula und stehen hinter dem Projekt. Wir können nicht einfach um 17.00 Uhr nach Hause fahren und alles hinter uns lassen. Gleichzeitig muss man aufpassen, dass es nicht das Einzige ist, was man macht. Auch erlebt der Partner natürlich auch alle Katastrophen und Krisen, macht alle Höhen und Tiefen mit.


Sebastian: Du brauchst definitiv genügend Leute in deinem engen Umfeld, die dich unterstützen. Normalerweise verbringst du in einer Partnerschaft viel Zeit miteinander. In Hoch-Zeiten war das bei uns extrem schwierig. Da ist man nach Hause gegangen um zu schlafen und am nächsten Tag in der Früh ging es zurück in die Arbeit. Das erfordert definitiv die komplette Unterstützung deines Partners. Deswegen finde ich es persönlich auch wichtig zu sagen, dass es diese Menschen braucht, von Freunden über Verwandten und auch der eigene Partner, die einen unterstützen und hinter einem stehen. Diese Akzeptanz spielt eine große Rolle, die man gerne vergisst. Doch auch diese passive Hilfe ist wirklich wichtig.

Habt ihr vor Cucula schon mal mit dem Gedanken der Selbstständigkeit gespielt?

Sebastian: Angestellter zu sein funktioniert für mich nicht. Ich war im Prinzip schon immer selbstständig, habe ein Unternehmen gegründet, war selbstständig als Architekt tätig. Für mich gibt es gar keine andere Form des Tätigseins, denn ich könnte nie in einem Angestelltenverhältnis sein. Ich habe es ausprobiert und war zwei Wochen in einem Unternehmen, aber das ist für mich ein unzumutbarerer Zustand.

In unserem Fall ist das ja so, dass wir zwar selbstständig sind, aber doch im Team arbeiten. Dabei geht es darum, ein Team von Individualisten zu haben, mit denen man gemeinschaftlich arbeiten kann. Wenn man sich dann noch einigermaßen gut versteht, entstehen tolle Sachen. Die Kommunikation im Team ist gleichzeitig auch eine Herausforderung. Die Tatsache, dass keiner Chef ist, birgt natürlich immer Konflikte. Manchmal ist diese Zusammenarbeit eine Katastrophe, manchmal ist sie Gold wert. Es ist super intensiv und total schlimm gleichzeitig

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