Menü

Ökoesel – Gemeinsam mehr Bio

Bei dem Münchener Projekt werden regionale und Bio-Lebensmittel bezahlbar und normale Kunden zu solidarischen Mitgliedern.

Christoph Eipert Caroline Deidenbach

Startup NachhaltigkeitGesellschaft München

ÖkoEsel - Deininger, Schmidt GbR Logo

Ökoesel ist Münchens erster solidarischer Mitgliederladen, mit dem klaren Ziel ökologisch und sozial nachhaltige Lebensmittel ohne Profitdruck und fair anzubieten.

ÖkoEsel - Deininger, Schmidt GbR

Hannes Schmidt, Katharina & Konstantin Deininger

kontakt@oekoesel.de

GbR

2016

Lachnerstraße 33
80639 München

kontakt@oekoesel.de

Gründe für den Griff ins Bio-Sortiment gibt es genug. Ob Dioxin in Fisch und Ei oder Tierquälerei – viele Konsumenten wollen das nicht mehr hinnehmen und greifen vermehrt zu Produkten mit einem Bio-Siegel, denn sie versprechen eine nachhaltige Herstellung und Beschaffenheit ihrer Produkte. Das belegen auch konkrete Zahlen: Der Bio-Anteil am Lebensmittelumsatz hat sich so in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt und liegt bei einem Marktanteil von etwa 5,7 Prozent. Trotz allem Anstiegs bleibt der Gesamtanteil gering. Warum eigentlich? Glaubt man den Ergebnissen repräsentativer Studien, liegt ein Hauptgrund in der Tatsache, dass fast die Hälfte aller Lebensmittel-Konsumenten, aufgrund der höheren Preise, nicht „bio“ kaufen, gleichzeitig aber zum Kauf bereit wären, würden die Produkte mit dem Siegel günstiger sein.

Das Team um Ökoesel (v.l.n.r): Hannes Schmidt, Katharina & Konstantin Deininger

Um gegen dieses Problem anzugehen und so den nachhaltigen Verbrauch von Lebensmittel zu stärken, betreiben Hannes Schmidt und die Geschwister Katharina und Konstantin Deininger in München das Projekt „Ökoesel“. Damit soll ein Raum entstehen, der „nicht wie alle anderen Supermärkte so sehr auf Profitgenerierung fokussiert ist, sondern der für eine gute Versorgung da ist“, sagt Hannes. Im Klartext heißt das, von der Butter bis zur Weinflasche werden nur biologisch, nachhaltige und im besten Fall regionale Produkte verkauft. Das Besondere: im Vordergrund steht dabei ein solidarisches Modell zur Lebensmittelverteilung.

Konsumenten werden so zu Mitgliedern einer Gemeinschaft, indem sie einen monatlichen Beitrag von höchstens 15 Euro zahlen, im Gegenzug erhält man die gewünschten Waren bis zu 30 Prozent günstiger – fast zum Einkaufpreis. Möglich wird das, da durch die Mitgliederbeiträge die Betriebskosten des so entstehenden Mitgliederladens gedeckt werden und nicht durch hohe Profitmargen erzielt werden müssen. Ziel ist es Menschen zu erreichen, die aus finanziellen Gründen sonst eher auf Discounter-Ware zurückgreifen müssten. Solidarisch ist ein Mitgliederladen auch deshalb, da ein monatlicher Beitrag, bei Mitgliedern in besonders schwierigen sozialen Situationen, symbolisch kleiner ausfallen kann und von der Gemeinschaft mitgetragen wird. Letztlich können sich somit auch einkommensschwache Gesellschaftsgruppen gute Lebensmittel leisten.

Durch den Mitgliederladen sollen Menschen, unabhängig vom Einkommen, gute Lebensmittel kaufen können.  

Ins Leben gerufen wurde Ökoesel, nachdem Hannes während seines Soziologiestudiums in Marburg durch WG-Mitbewohner das erste Mal mit dem Konzept eines Mitgliederladens in Berührung kam. Zurück in München, riss die Begeisterung nicht ab. Zusammen mit Konstantin – der sich, nach einem BWL-Studium, in einem Philosophiemaster auch wissenschaftlich mit ethischen Fragen beschäftigt – hat Hannes oft noch über das Thema gesprochen, mit dem Ergebnis ein solches Projekt auch in der eigenen Stadt aufzubauen. Begonnen hat dann alles im Herbst 2016 mit dem Angebot eines Lieferservices, bei dem Mitglieder zunächst ihre Bestellung online aufgeben und per Rad nach Hause geliefert bekommen. Der Ökoesel radelt immer noch durch die Stadt, vervollständigt wurde das Team inzwischen aber noch um Konstantins Schwester Katharina und um das Angebot eigener Ladenräumlichkeiten in den zweimal pro Woche eingekauft werden kann.

Reine Unternehmer wollen die zwei Studenten und die staatliche anerkannte Erzieherin nicht sein, im Idealfall könnte das Projekt sogar in einer gleichberechtigten Genossenschaft aufgehen. Bis es soweit kommen kann, gibt es aber jede Menge zu tun, denn der Ökoesel kommt gut an. Damit noch mehr Mitglieder von dem Konzept profitieren können, plant das Team von Ökoesel unter anderem eine größere Ladenfläche anzumieten. Dafür wollen die Sozialunternehmer eine Crowdfunding- Kampagne starten. Geplant ist mit dem dort gesammelten Geld so einiges. Was genau und wie es mit dem Mitgliederladen in Zukunft weitergehen soll, gibt es bald im relaio-Interview zum Nachlesen.

Profil als PDF speichern

Profil teilen