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buntkicktgut - die selbstorganisierte Straßenfußball - Liga

Interkulturelles Miteinander, Verantwortung und Partizipation - buntkicktgut zeigt wie Integration par excellence funktioniert.

Startup BildungIntegration München

buntkicktgut  Logo

bunt kicktgut, die Münchner Straßenfußball - Liga, versteht sich als ein Projekt der interkulturellen Verständigung und ist in seiner bestehenden Form und Dimension ein bundes - und europaweit einzigartiges Beispiel des organisierten Straßenfußballs.

buntkicktgut

Rüdiger Heid

Julian Buning

gGmbH

2016

Ganghoferstraße 41
80339 München
Bayern, Deutschland

j.buning@buntkicktgut.de

Während sämtliche Bürger und Initiatoren noch darüber diskutieren, wie Integrationsarbeit am effektivsten und gleichzeitig kostengünstigsten geleistet werden kann, spielen bei buntkicktgut mehr als 4.500 Kinder und Jugendliche in selbst organisierten Straßenfußball-Ligen. Um Fußball auf der Straße spielen zu können, braucht man weder eine umfangreiche Ausrüstung, noch finanzielle Mittel.  So gelingt es, tatsächlich alle, unabhängig von ihrer Lebenslage oder finanziellen Situation, zu involvieren. Jeder ist willkommen: buntkicktgut ist ein Vorzeigeprojekt der Willkommens- und Integrationskultur.

Initiiert hat das Projekt Rüdiger Heid, von den Kindern liebevoll Papa Rudi genannt. Als studierter Stadtgeograph hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Bürger zu ermutigen, an der Gestaltung ihrer Stadt aktiv teilzunehmen. Rudi versteht sein Handwerk bestens. Seit mehr als 20 Jahren nutzt er Fußball als Instrument, mit dem er Kinder und Jugendliche verschiedener kultureller und nationaler Herkunft zusammenbringt. Beim Fußball sprechen alle Spieler dieselbe Sprache. Dabei macht es keinen Unterschied, woher sie kommen oder wie sie aussehen. Fußball wird dabei zum Medium, um Werte und Grundhaltungen wie Fairness, Toleranz und Gewaltfreiheit zu vermitteln.

Das erste Straßenfußballteam fand sich im Münchner Stadtteil Harras zusammen. Damals war der Widerstand der Nachbarn gegen das Kicken auf der Straße gewaltig, doch die „Harras Bulls“ konnten sich durchsetzen und spielen bis heute in ihrem Stadtviertel. So kicken sowohl Mädels in sogenannten Ladies-Teams, als auch Jungs, aufgeteilt nach unterschiedlichen Altersgruppen.

Die jungen Spielerinnen und Spieler sind für den Erfolg und das Bestehen ihrer Fußball-Liga zu einem großen Teil selbst verantwortlich. In der Schule wird der Fokus meist auf das Ausmerzen von Fehlern gelegt. Gerade das ist bei buntkicktgut anders: Die Stärken der Kinder stehen hier im Vordergrund. Jugendliche wollen sich messen, Jugendliche brauchen eine Herausforderung, die sie antreibt. buntkicktgut holt die Kinder und Jugendlichen da ab, wo der Bedarf am größten ist und schafft somit eine langfristige Identifikation. Für viele wird diese Gemeinschaft zur zweiten Familie.

Um diese Potenziale in aller Bandbreite auszuschöpfen, haben Rüdiger Heid und sein Team in den vergangenen 20 Jahren verschiedene partizipative Programme initiiert. Diese basieren auf drei Säulen: In einer Ausbildung zum Referee werden Straßenfußballspieler zu Schiedsrichtern ausgebildet und pfeifen ihre Spiele eigenverantwortlich. So gewinnen sie an Selbstvertrauen und lernen ganz nebenbei, pflichtbewusst und fair zu handeln. Im Liga-Rat treffen sich sämtliche Schiedsrichter regelmäßig, um Probleme zu besprechen und einen reibungslosen Ablauf des Spielbetriebs zu gewährleisten. Der buntkicker, das Straßenfußball-Magazin, berichtet über Neuigkeiten aus der buntkicktgut-Liga und Themen wie Integration oder kulturelle Verständigung. Die Kinder und Jugendlichen gestalten die Zeitschrift selbst in Teams der Text-, Bild- und Online-Redaktion.

Bei buntkicktgut geht es weit mehr als nur um Fußball, das zeigt das Open door-Prinzip. Die Türen der buntkicktgut-Büros stehen allen Spielern zu jeder Zeit offen. Dem Team um Rüdiger Heid liegt es besonders am Herzen, für die Kinder und Jugendlichen bei Fragen und Problemen in jeglichen Lebenslagen zur Verfügung zu stehen. Neben dem Open door-Prinzip soll die Idee „Zeigt uns euer Stadion“ die Kinder und Jugendlichen dazu befähigen, selbständig andere Stadtviertel und deren Straßenfußballspieler kennenzulernen, indem der Austragungsort der Spiele regelmäßig wechselt. Seit vier Jahren ist der Verein bei der IHK als offizieller Ausbildungsbetrieb zum Sport- und Fitnesskaufmann sowie zum Veranstaltungskaufmann eingetragen. So möchte buntkicktgut den Jugendlichen eine langfristige berufliche Perspektive geben.

Mittlerweile hat das Konzept von buntkicktgut weltweit Schule gemacht. Um den Kontakt in deren Heimat herzustellen, fliegen Mitglieder des Münchner Teams regelmäßig in die Herkunftsländer der Spieler. So war buntkicktgut im afrikanischen Togo bereits Vorbild für verschiedene lokale Initiativen: In den Städten Lomé und Sokodé gibt es bereits partizipative Straßenfußball-Ligen. Auch in ganz Deutschland ist der Verein aktiv und hat in Dortmund, Berlin, Basel, Würzburg, Niederbayern und Düsseldorf Straßenfußball-Ligen initiiert.

Lest mehr über buntkicktgut im Interview

 

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