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CUCULA – Refugees Company for Crafts & Design

CUCULA ist Verein, Werkstatt und Bildungsprogramm für Flüchtlinge. Ankommen und an der eigenen Zukunft bauen - Flüchtlinge fertigen hochwertige Designobjekte.

Melina Gentner David Freudenthal

Startup BildungDesignIntegration Berlin

CUCULA Logo

Gemeinsam mit Flüchtlingen baut CUCULA Design Möbelstücke nach Plänen des Designers Enzo Mari. Sie sind Verein, Werkstatt und Schulprogramm und bieten eine pragmatische Lösung zur Flüchtlingsthematik.

CUCULA

Sebastian Däschle, Jessy Medernach, Corinna Sy

e.V.

2013

Schlesische Str. 27B
10997 Berlin

info@cucula.org

Handfeste Flüchtlingsprojekte? Gab es noch vor ein paar Jahren lediglich vereinzelt. Auch die Flüchtlingsdebatte ist erst in den letzten Monaten so richtig in das Bewusstsein der Medien und somit auch der Zuschauer gerückt. Seither sprießen Projekte aus dem Boden und das Interesse, Hilfe zu leisten, ist groß! Bei so einer komplexen Herausforderung und akutem Bedarf ist es schwierig, Ideen zu entwickeln, die wirklich langfristig Potential haben. Aber genau diese Ideen braucht es! Flüchtlingen Chancen zu bieten, die ihnen ein Ankommen und langfristiges Wohlfühlen im neuen Land ermöglichen. Genau hier setzt CUCULA an.
 

Sebastian Däschle und Corinna Sy von CUCULA 

Das Projekt CUCULA entstand vor ein paar Jahren, als fünf Männer aus Westafrika im Kulturhaus „Schlesische 27“ bei Barbara Meyer Unterschlupf fanden. Um der Zeit des Wartens einen Sinn zu geben und sich in der neuen Unterkunft einzurichten, haben sie gemeinsam mit dem Produktdesigner Sebastian Däschle Möbel aus Holz gebaut. Während der Arbeit in der Werkstatt wurde eines klar: die Männer brauchen keine Möbel, sondern einen Job. Einen Job, der finanzielle Erleichterung schafft und gleichzeitig Chancen auf eine Arbeitserlaubnis zulässt. So entstand gemeinsam die Idee zum heutigen Verein CUCULA – Refugees Company for Crafts & Design. Der Name stammt aus dem Westafrikanischen und bedeutet so viel wie „etwas gemeinsam machen“ oder „aufeinander aufpassen“.

Bei CUCULA träumen die Flüchtlinge nicht nur von einer besseren Zukunft, sondern arbeiten gemeinsam mit den Designern an konkreten Lösungen. Zusammen hämmern und sägen sie in ihrer Werkstatt und tauschen sich untereinander aus. So profitieren die jungen afrikanischen Möbelbauer und die Kreativen gleichermaßen von dem Projekt und setzen gleichzeitig ein Zeichen gegen die Hilflosigkeit vielerorts. Wer die Pläne des Designers Enzo Maris verstehen will, muss kein Ingenieursstudium absolviert haben. Hat das Team die Pläne interpretiert, geht es an die Arbeit. Mit einfachen Werkzeugen fertigen die Teilnehmer Tische und Stühle, die mit Sicherheit die nächsten Jahrzehnte überdauern. Handsigniert und aus geöltem Kiefernholz. Mit einer persönlichen Widmung. Die limitierte Edition der Botschafter-Stühle trägt zudem Erinnerungsstücke in Form der Planken der Flüchlingsboote in sich. So entstehen nicht nur schöne, sondern auch einzigartige Stühle. CUCULA verknüpft Design und Nachhaltigkeit mit sozialer Verantwortung.

Pop-up Store in München

Auch Enzo Mari fragte sich damals, wie selbst gefertigte Möbelstücke Rückschlüsse auf die Gesellschaft und deren Zukunft haben können. Der italienische Designer hatte in den 70er Jahren die Idee vom eigenständigen Möbelbau mit ansprechendem Design. Enzo Maris Buch „Autoprogettazione?“ ist ein demokratischer Gegenentwurf zum kapitalistischen Paradigma des Massenkonsums. Designer Sebastian Däschle war so fasziniert von dieser Idee, dass er sie zum Grundsatz der CUCULA e.V. gemacht hat.

Das Gefühl, die Verantwortung und die Gestaltung eines Projektes mitzutragen, schafft bei den Flüchtlingen Selbstvertrauen und einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Aber nicht nur das Gefühl, eine Aufgabe zu haben, stimmt optimistisch. Aus dem erwirtschafteten Erlös finanziert CUCULA einen Großteil ihres Bildungsprogramms und nach Erhalt der Arbeitsgenehmigung die Löhne der Flüchtlinge. Das Bildungsangebot umfasst Deutschunterricht, Alltagshilfen und Rechtsberatung. Zur Unterstützung handwerklicher Fertigkeiten und einer interkulturellen Ausbildung ist die CUCULA-Lernwerkstatt entstanden. In der Lernwerkstatt stehen Kreativ-Workshops, um eigene Talente zu entdecken, gemeinsames Gestalten und die Verknüpfung mit Lerninhalten im Fokus.  

Ein Teil des CUCULA Teams

Schon im Dezember 2015 wird der Verein CUCULA eine neue Werkstatt im Berliner Stadtteil Kreuzberg eröffnen. Dort werden dann nicht nur Möbel hergestellt, sondern auch Werkstücke in einem offenen Ausstellungsraum präsentiert. CUCULA möchte sich durch die neue Werkstatt weiterentwickeln und so zu einem nachhaltigen Arbeitgeber werden, der den Flüchtlingen berufliche Sicherheit schafft. Dass die Möbelstücke eine Vielfalt von Liebhabern begeistern, hat bereits die überaus erfolgreiche Crowdfunding Kampagne bewiesen. Nun gilt es, die Zukunft zu gestalten und das Pilotprojekt des Sozialunternehmens CUCULA in die Gesellschaft zu tragen.

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