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TABLE FOR TWO – Gesundes Essen gegen den Hunger

Die japanische Initiative Table for Two bekämpft zwei gegensätzliche Weltprobleme: Hunger und Übergewicht.

Caroline Deidenbach TABLE FOR TWO

Initiative CSRErnährung München

TABLE FOR TWO International Logo

1 Milliarde Menschen sind unterernährt, während eine andere Milliarde an Fettleibigkeit leidet. Die Initiative TABLE FOR TWO versucht dieses Ungleichgewicht auszugleichen: Gesünderes Essen für die einen und kostenlose Mahlzeiten für die anderen.

TABLE FOR TWO International

Masa Kogure

Tomoko Kobayashi; infoDE@tablefor2.org

gGmbH

2007

Gotzingerstraße 8
81371 München

infoDE@tablefor2.org

Beim Thema Essen treffen Welten aufeinander: gefühlt wird die eine Hälfte der Bevölkerung immer dicker, während die andere Hälfte jeden Tag hungrig ins Bett geht. Allein in Europa lassen sich etwa eine Millionen Todesfälle auf die Folgen von Übergewicht zurückführen – durch Diabetes, Herz-Kreislauf- und Atemwegerkrankungen. Auf der anderen Seite haben, laut WFP (World Food Programm), 795 Millionen Menschen auf der Welt nicht genug zu essen und knapp drei Millionen Kleinkinder sterben an den Folgen von Unterernährung. Und genau diese zwei konträren Themen beschäftigten 2006 bei dem Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) auch zwei unterschiedliche Arbeitsgruppen die „Young Global Leaders“. Bei einer Kaffeepause sprachen sie über diese beiden unterschiedlichen Probleme und beschlossen kurzerhand, dass es etwas geben müsste, dass beiden Seiten hilft. Die Idee für TABLE FOR TWO war geboren: Mit einem gekauften, gesunden Essen in der Kantine einer Industrienation werden 20 Cent für die Mahlzeit eines Menschen, vor allem für Kinder, in einem Entwicklungsland gespendet.

So funktioniert Table for Two.
Due-Diligence
ist eine sorgfältige Prüfung und Analyse eines Unternehmens, insbesondere im Hinblick auf seine wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse, die durch einen potenziellen Käufer eines Unternehmens vorgenommen wird.

Umgesetzt wurde das Konzept anschließend von einigen Teilnehmern der Gruppe in Japan. Eine Non-Profit-Organisation in Japan aufzubauen dauerte nur wenige Monate, doch die ersten Unternehmen zu finden, die dabei mitmachen, stellte sich als langwieriger heraus. Bis eine Basis geschaffen war, sollte es noch fast ein weiteres Jahr dauern. Um die richtigen Projekte auf der anderen Seite des Tisches zu finden, musste TABLE FOR TWO sich erst mal mit verschiedenen Zahlen auseinandersetzen: Wie hoch ist das Armutslevel in dem jeweiligen Land? Wie hoch ist die Anzahl der Hungernden? Welche Organisation gibt es vor Ort und mit wem können wir zusammen arbeiten? Als dann einige Kandidaten zur Auswahl standen, wurden diese auch nochmals überprüft, ihr Finanzstatus ermittelt und auch eine Due-Diligence durchgeführt. Es werden zunächst nun vor allem Schulen in ländlichen, armen Regionen ohne den Zugang zu Wasser und Elektrizität unterstützt. Davon sind sechs in Ostafrika und eine auf den Philippinen. Dabei werden etwa 60 Prozent der Spenden für das Essen genutzt, 20 Prozent für die Ausstattung, beispielsweise der Küchen, und 20 Prozent für das Personal. TABLE FOR TWO unterstützt auch die regionale Wirtschaft durch den Kauf der Lebensmittel und den Zuschüssen für das Personal. Mittlerweile sammelt die Initiative 1,5 Millionen Euro im Jahr für ihre Projekte – nur 20 Prozent davon dürfen für das TABLE FOR TWO Personal und die Organisation ausgegeben werden. TABLE FOR TWO ist schon lange nicht mehr nur in Japan aktiv, sondern auch in den USA, Vietnam, Südkorea, Norwegen, Saudi-Arabien, Großbritannien, Norwegen und vielen anderen Ländern vertreten.

Tomoko Kobayashi treibt die Gründung von Table for Two in Deutschland voran.

Tomoko Kobayashi arbeitet bereits seit 2010 für TABLE FOR TWO – zuerst in Japan und nun seit zwei Jahren in München. Dieses Jahr soll auch hier ein neuer Standort gegründet werden, eine gemeinnützige GmbH. Sie selbst hat, wie auch ihre Kollegen, vorher in der freien Wirtschaft gearbeitet, genauer gesagt bei McKinsey. Dadurch kannte sie auch einige der Gründer der Initiative und nach einigen Jahren in der Beratungsindustrie, sehnte sie sich nach einem tieferen Sinn in ihrer Arbeit.

Jedes Land, in dem TABLE FOR TWO bisher ist, hat so seine kulturellen Eigenheiten, gerade, was das Essen angeht. Da gibt es auch für Tomoko in Deutschland einiges zu erkunden, bevor es wirklich losgehen kann. „In Deutschland, im Gegensatz zu Italien, geht es mehr um die Funktion des Essens, als den Genuss. Aber es wird zum Beispiel viel Wert auf Bio gelegt“, erklärt sie. Je nachdem passt sich TABLE FOR TWO mit seinen Menüs an und bestehen nicht auf vegetarisch oder vegan. „Man kann nicht alles an einem Tag ändern. Wichtig ist grundsätzlich, dass das Konzept einer gesunden Ernährung vermittelt wird“, sag Tomoko.

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