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Die Technikfolgenabschätzung

Markteinführung, Nutzerakzeptanz und Unternehmensimage - Vorteile einer nachhaltigen Technologie-Mediation

Severin Engelmann

StakeholderStrategieVerantwortung

 
Internet of Things beschreibt die Verschmelzung zwischen der physischen Welt mit der IT-Welt. Durch Sensoren, Computerchips, Computernetzwerke und artifizielle Akteure entstehen dabei sogenannte Smart Environments. 

Startups können sich in einer digitalisierten Welt schnell professionell vermarkten, einfach qualifizierte Mitarbeiter und Mitgründer finden und sich letztendlich auf einer globalen Plattform potentiellen Investoren präsentieren. Dies ist — unter anderem, der Grund, warum sich eine Menge vielversprechender Begriffe wie Human Enhancement, Internet of Things oder Humanoide Roboter am Horizont unser technikorientierten Gesellschaft tummeln. Sie kreieren große Erwartungen und bedienen gleichauf etablierte Ängste – Chancen und Risiken, die in jeder technologisch-disruptiven Innovation nahe beieinanderliegen.

 
Human Enhancement ist der Versuch, biologische und technologische Entwicklungen mit den Möglichkeiten der IT-Welt zu verbinden, um so die Fähigkeiten des menschlichen Körpers über seine natürlichen Kapazitäten hinaus zu erweitern. 

Aber was bedeutet das für den technischen Social Entrepreneur? Möglichst alle Erwartungen erfüllen, um so bestehende Ängste zu vertreiben! Aber wie macht man das?

Eine Möglichkeit ist die sogenannte Technikfolgenabschätzung. Durch diese können Gründer das Wirkungsspektrum ihrer Innovation antizipieren, indem sie möglichst frühzeitig verschiedene Einflussbereiche identifizieren, bewerten und schließlich rechtzeitig die nötigen Anpassungen umsetzen, um ein nachhaltiges und somit erfolgreiches Produkt zu schaffen. Nach dem Collingridge-Dilemma ist Timing dabei die entscheidende Komponente: im Frühstadium der Entwicklung fehlt es meist an den nötigen Informationen, um eine aussagekräftige Vorhersage über die möglichen Implikationen der Technologie für bestimmte Interessensgruppen zu treffen. Je fortgeschrittener die Technologieentwicklung jedoch ist, desto schwieriger wird es, eine notwendige Neugestaltung des Konzeptes umsetzen zu können. Der gewählte Lösungsansatz hat sich dann bereits festgefahren.

Collingridge Dilemma
Am Anfang einer Entwicklung sind zu wenige Informationen vorhanden, um die Technologie so zu entwickeln, dass sie mit großer Sicherheit von der Nutzergruppe akzeptiert wird. Bei fortgeschrittener Entwicklung sind zwar genügend Informationen vorhanden, jedoch ist eine Umänderung des Entwurfes nun umso schwieriger — er ist festgefahren.

Daher sollte die Technikfolgenabschätzung die gesamte Entwicklungs- und Umsetzungsphase begleiten, um kontinuierlich bestehende wie neue Annahmen verifizieren oder falsifizieren zu können. Ziel ist es, in den unterschiedlichsten Kontexten der gesamten Entwicklungsphase konkrete Ursache-Wirkungsbeziehungen aufdecken und überprüfen zu können.

Die Technikfolgenabschätzung ist somit ein effektives Werkzeug mit dem Social Entrepreneure nicht nur die Wirkungsbereiche ihrer Erfindung antizipieren können, sondern auch zu jeder Phase spezifische Handlungsoptionen besser abwägen können.

Die Technikfolgenabschätzung erweitert aber vor allem den Betrachtungshorizont, in dem Entrepreneure ihre Annahmen stellen: sie zeigt, dass sich die beabsichtigten und unbeabsichtigten Folgen einer Technik nicht ausschließlich aus der Struktur und Funktionsweise einer Technik selbst erfassen und erklären lassen. Oder anders gesagt: Technikfolgenabschätzung hilft jedem Gründer methodisch die Folgen einer Technik darzulegen, die sich nicht innerhalb der Sphäre des Technischen befinden. Hierbei geht es vordergründig um die ethischen, gesellschaftlichen und ökologischen Konsequenzen von technischen Innovationen, welche früher oder später über den langfristigen Erfolg einer Idee entscheiden.

Es versteckt sich dahinter also eine dem Wirkungsfeld der Technik entsprechende „all-around“-Analyse, bei der nicht nur die Wünsche und Bedürfnisse spezifischer Gruppen betrachtet werden, sondern gerade auch die Werte und Normen der Gesellschaft in die Erfolgsfunktion mit eingerechnet werden. Für die Ziele des Social Entrepreneurship ist die Technikfolgenabschätzung somit unerlässlich.

Warum?

Technik und technischer Fortschritt sind immer ambivalente Prozesse, die sich niemals eindeutig definieren lassen – dies gilt vor allem für die Wirkung der Technik. Beispielsweise gibt es weltweit viele technisch-unternehmerische Lösungsvorschläge, um den Wasserstress in verschiedenen Trockengebieten zu bekämpfen. Ob Meerwasserentsalzungsanlagen, Nebelfänger oder Brunnenlegungen – hinter einem technisch-hochentwickelten Ansatz, der tatsächlich mehr Wasser zur Verfügung stellen würde, verbirgt sich keine reine Wertschöpfung, sondern eher ein Werteaustausch, der entweder positive oder negative Folgen für die Nutzer haben kann. Bezüglich unseres Beispiels interveniert man zwangsläufig immer mit den bisherigen Wasserinfrastrukturen, die sich oftmals über Jahrhunderte in kleinen Kommunen und Dörfern etabliert haben. Erst durch die Technikfolgenabschätzung kann der Social Entrepreneur diese Abwägungsszenarien überhaupt erst aufdecken und verstehen. So hat Wasser in jedem gesellschaftlichen Kollektiv eine hohe soziale und kulturelle Bedeutung, was sich beispielsweise in der Beschaffungsmethode des Wassers darstellt: „dies ist die Art und Weise, wie wir unser Wasser auftreiben“. Eine neue Technik mag effizienter, günstiger und um ein vielfaches ertragsreicher sein, sie kollidiert aber möglicherweise auch mit einem Teil der kulturellen Identifikation der Nutzer vor Ort.

Ein Beispiel: In den Berberdörfern der Westsahara gehen Jugendliche täglich mehrere Stunden zum nächsten Brunnen, um für die Dorfgemeinschaft das Wasser zu sammeln. Abgesehen von der Mühsamkeit des Transportes und der geringen Menge an Wasser, die das Dorf pro Tag erreicht, könnten die Jugendlichen die Zeit, die sie für diesen Prozess aufbringen beispielsweise auch in eine Ausbildung investieren. Hier existiert scheinbar großes Verbesserungspotential, da eine effizientere Wasserversorgung nicht nur mehr Wasser zum Trinken, Kochen, Putzen, Waschen und zur Landwirtschaft bereitstellen würde, sie würde gleichzeitig sogar noch einen zusätzlichen Wert kreieren: Zeit. Ein Social Entrepreneur  - egal welche technischen Innovationen im Raum stehen – muss sich überlegen, welche disruptiven Effekte die geplanten Neuerungen für den bisherigen Wasserbeschaffungsprozess außerhalb der Wassermaximierung und der damit einhergehenden Werteerschaffung bedeuten.

Gehen wir folgender Hypothese nach: ein sozialer Unternehmer exportiert nach einer ausführlichen Nutzer- und Umgebungsanalyse eine Brunnentechnologie, die einfach und effektiv nach Grundwasser gräbt, in eines der besagten Berberdörfer. Erste Prototypen können erfolgreich Wasser abschöpfen und zwar unmittelbar im Zentrum des Dorfes. Dadurch ist die alte Wasserinfrastruktur verdrängt - doch wird die neue Technik von den Menschen vor Ort akzeptiert? Nicht unbedingt. Die Dorfbewohner trauern einem nicht mehr verfügbaren Wert des alten Systems nach: dem Zusammenhalt unter den jungen Dorfbewohnern. Der tägliche Fußweg zum Brunnen – auch wenn noch so belastend – diente als Plattform für soziale Interaktion. Es wurde sich ausgetauscht und durch die gemeinsame Verantwortungsträgerschaft gegenüber dem Kollektiv wertvolle zwischenmenschliche Beziehungen geschlossen. Nun muss die „gewonnene“ Zeit auch erst einmal neu gestaltet werden – das heißt, es müssen Tätigkeiten neu vergeben werden, Verantwortungsbereiche verschoben und Rollen innerhalb der Dorfgemeinschaft neu definiert werden. Zudem können durch den einfachen Zugang zu Wasser andere Distributionsmuster entstehen und Wasser aus einer endlichen Quelle gegebenenfalls nicht mehr nachhaltig verwendet werden.

Die Technikfolgenabschätzung besteht somit aus der Betrachtung und Interpretation dieser und anderer Faktoren, wodurch reelle Möglichkeiten für Aufbau und Umsetzung einer funktionsfähigen und nachhaltig erfolgreichen Innovation resultieren. Wie die Methoden der Technikfolgenabschätzung genau funktionieren, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Quellen
 

 

Das oberste Ziel einer Innovation ist es, Werte zu schöpfen. Doch wie lerne ich etwas über die bestehenden immateriellen Werte einer Interessensgruppe? Konkret: wie kann ich etwas über die Interessensgruppen und deren Beziehung zur Umwelt, deren Moralverständnis und gesellschaftlich-soziales Gefüge herausfinden? Am Ende dieses Prozesses sollte eine „Value Map“ stehen, welche die Präferenzen und Bedürfnisse der Interessensgruppe hinsichtlich dieser immateriellen Ressourcen charakterisiert hat. Die folgenden immateriellen Güter/Ressourcen können eine Rolle spielen:

Natur

Die Frage ist: Welche natürlichen Ressourcen haben in der Interessensgruppe einen besonders hohen Stellenwert und warum?

Dabei geht es nicht nur um den landwirtschaftlichen Nutzen der Natur, welche die technische Innovation verdrängen oder gar zerstören könnte. Ökologischer Wert manifestiert sich auch in religiösen oder spirituellen Beziehungen. Natur ist oftmals elementarer Bestandteil einer Weltanschauung und kann dementsprechend ein Deutungsinstrument der Realität für die Nutzergruppe darstellen. Entsprechend steigt das Risiko einer Ablehnung der Innovation je mehr die Technik gegen diese Bedeutung der Natur wirkt.

Moralverständnis

In jedem organisierten Zusammenleben bestehen bestimmte moralische Abmachungen. Diese beinhalten primär die jeweiligen Rechte und Pflichten, die den einzelnen Teilnehmern innerhalb der Gemeinschaft zukommen. In Deutschland sind diese Abmachungen zum Beispiel in einer Verfassung festgehalten. Danach habe ich als Person einen anerkannten moralischen Status, der mir unter anderem das Recht verleiht, vor Gewalt geschützt zu werden oder meine Meinung frei äußern zu können. Auf der anderen Seite sind an diesen Satus auch Verpflichtungen gebunden – wie etwa die Pflicht, einer anderen Person in akuter Not Hilfe zu leisten. Genau wie in Deutschland neue Innovationen im Einklang mit diesen Rechten und Pflichten stehen müssen, muss vor Verkauf und Benutzung untersucht werden, ob und inwiefern die neue Technologie die moralischen Abmachungen des sozialen Gefüges beeinflusst.

Sozial-gesellschaftliches Gefüge

Durch die Nutzung von Technik werden bestimmte Personen zu Handlungsträgern für Kontexte, die es zuvor in einer Kommune noch nicht gegeben hat. Wer soll durch die Technik eigentlich handeln und ist diese Gruppe dazu nicht nur fähig, sondern auch sozial befähigt? Kleinere Kommunen pflegen oftmals ein ausgeprägtes Rollenverständnis zwischen Mädchen und Jungen beziehungsweise Frauen und Männern. „Bricht“ die neue Technik Elemente der Rollenverteilung, genau weil sie Nutzer zu Handlungsträgern macht? Gibt es eine bestimmte Hierarchie innerhalb der sozialen Gruppen? Ein erster wichtiger Ansatzpunkt für derartige Beobachtungen ist die Frage, ob das gesellschaftliche Zusammenleben individualistisch oder eher kollektivistisch veranlagt ist. Ist also davon auszugehen, dass die Technik ausschließlich von einer Person oder von unterschiedlichen Familienmitgliedern etc. benutzt werden wird?

Wenn die Technik funktioniert, ohne dabei die etablierten sozialen Strukturen zu beeinflussen, stehen die Chancen am höchsten, dass sie von der Zielgruppe akzeptiert wird.

Indirekte und direkte Interaktionsansätze

Als Social Entrepreneur sollten diese (und andere) immaterielle Güter am Besten zusammen mit einer Kontakt- bzw. Vertrauensperson vor Ort bestimmt werden – im Zuge der Entwicklung bringt die ausführliche Beschäftigung mit der Zielgruppe und dessen Umfeld weitere entscheidende Werte hervor.

Nun bleibt natürlich die Frage nach dem „wie“? Wie können diese Informationen eingeholt werden oder wie lerne ich überhaupt etwas über meine Zielgruppe? Demographische Information wie Sprache, Altersverteilung, Geschlechterverteilung, Wirtschaft (Technikkenntnisse?), Einkommen, Bildungsstand und geschichtlicher Hintergrund können oftmals für einen ersten Wissensstand über international-verifizierte Internetquellen der World Health Organisation (WHO) oder der Weltbank gefunden werden.

Die bestehende physische Distanz zwischen Entwickler und Nutzer ist wohl das größte Problem für eine erfolgreiche Technologie-Mediation. Die räumliche Entfernung behindert in erster Linie das Zusammenkommen und die notwendigen Interaktionen, die für Vertrauensbeziehungen und Wissenstransfer zwischen Entwicklern und Nutzern so wichtig sind. Nach der Umweltpsychologin Friederike Wagner folgt aus der physischen Distanz psychische Distanz, die den Fluss an Informationen von Partnern durch „...Unterschiede in Sprache, Ausbildung, Geschäftspraktiken, Kultur und industrieller Entwicklung“ beeinträchtigt. Doch gibt es Methoden, um diese Distanz zu überbrücken.

Zunächst gilt es, indirekt an Wissen über die Nutzergruppe zu gelangen. Hierbei versucht man über Personen, Institutionen oder Gesellschaften, die in direkten Kontakt, gegebenenfalls sogar in einer direkten Beziehung zu der Zielgruppe und dessen Umfeld stehen, Informationen zu bekommen. Eine realistische Kontaktkette wäre beispielsweise über die entsprechende Botschaft an relevante Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu gelangen, die wiederum an wichtige Personen in einer Kommune vermitteln können: Stammeshäuptlinge, Dorfälteste, wichtige Teilnehmer religiöser und spiritueller Einrichtungen oder Lokalpolitiker. 

Ziel dieser Kontaktphase ist es, so viele Annahmen wie möglich verifizieren oder falsifizieren zu können (z.B. existiert das Problem, dass ich unternehmerisch lösen will, überhaupt so wie ich es von hier aus wahrnehme?) und dabei eine erste Vertrauensbasis zu wichtigen Menschen in der Gemeinschaft zu knüpfen.

Quellen
  • Friederike Wagner, Technologie-Mediation - Vermittlung zwischen Entwicklern und Nutzern im internationalen Transfer von Umwelttechnologien, oekom Verlag, München, 2015

  • Osterwalder A. et al., Value Proposition Design, Wiley, 2014

  • Ideo, Human Centred Design – Toolkit, 2011

  • The World Bank

  • World Health Organization (WHO)

 
 

 

 

In den letzten Jahren hat sich aber auch ein direkter Interaktionsansatz als besonders erfolgreich erwiesen: die Partizipation. Dabei geht es um die Einbindung der Bevölkerung vor Ort beziehungsweise der Nutzer - von den ersten Entwicklungsschritten der Idee bis zur finalen Markteinführung.

 „Ohne den direkten Kontakt zur Bevölkerung (Handwerker und Bauern) in allen Phasen des Projekts, wäre weder die Qualität der Biogasanlagen, die effiziente Nutzung wie auch die Verbreitung in der Region möglich gewesen“, sagt Klaus Haegler, Vorstand von SOFIs World - eine Stiftung, die sich vor allem um die Finanzierung sozialer Projekte und Unternehmen kümmert. Er spricht über das 2011 gestartete Projekt Biogas für Taita, das in den Dörfern der Regenwälder Südostkenias kleine Biogasanlagen baut, um so aus Dünger Energie zu gewinnen. Das Projekt hat seit seinem Beginn die massive Abholzung der bereits 90% gerodeten Regenwälder gestoppt. Darüber hinaus schützt die Benutzung eines Herdes, der an eine Biogasanalage im Garten gekoppelt ist, die Bevölkerung vor lebensgefährlichen Smog aus offenen Feuerstellen. Angefangen wurde die Arbeit in Taita bereits 2009, als der heutige Projektleiter Quirin Walter im Rahmen einer Freiwilligenarbeit erste Testanlagen zusammen mit den Bewohnern errichtete. Walter lernte die Menschen, ihre Mentalität, ihr Art des Zusammenseins und ihre Arbeitsweise kennen — anderhalb Jahre lebte er auch in verschiedenen Gastfamilien. Dadurch konnte er nicht nur die materiellen Ressourcen analysieren und bewerten, sondern lernte auch die Folgen der Biogasanlagen für die immateriellen Güter der Gemeinschaft einzuschätzen. Als das Projekt 2011 in die offizielle Umsetzungsphase ging, hatten die meisten der ersten Nutzer bereits bei der Projektidentifikation und der Technikentwicklung partizipiert.

Als einen der größten Vorteile der Partizipation gilt der ständige Wissensaustausch. Der Wissenstand zwischen Nutzer und Entwickler ist zu Beginn der Zusammenarbeit völlig unterschiedlich. Durch die Partizipation und die damit einhergehende Interaktion gleicht sich der Wissenstand an und die Verantwortung für das Unternehmen überträgt sich auf alle involvierten Parteien. Das Projekt Biogas für Taita setzte hierfür unter anderem auf Erfahrungsberichte.

 

Erfahrungsberichte über Einspeisung des Kuhdungs (vorrangige Energiequelle), Nutzung des Biogases in der Küche und Verwendung des Klärschlamms als hochwertiger Biodünger flossen als Erkenntnisse direkt in die Arbeit ein.

Klaus Haegler, Vorstand SOFIs World
 

Die Nutzer erhalten dadurch auf natürliche und ungezwungene Weise Gestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten.

Die Technikfolgenabschätzung kann durch indirekte und direkte Interaktionen mit der Nutzergruppe zu jeder Projektphase die Chancen auf eine Akzeptanz der Technologie erhöhen. Neben den angesprochenen Vorteilen für Umwelt und Gesellschaft hat die Technikfolgenabschätzung vor allem einen gravierenden Vorteil: sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die betriebswirtschaftlichen Ziele erreicht werden. Man überlege einmal: durch die partizipative Technikfolgenabschätzung hat das Unternehmen schon vor Markteinführung ein Image, an dem es selbst arbeiten kann ohne dabei bereits riesige Erwartungen erfüllen zu müssen. Die Einbindung der Nutzer in die Entwicklung vermindert zudem das Risiko, dass nach Markteinführung das Produkt nicht gekauft wird.

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